Fintech, Startups, Banken und Politik

3. Mai 2016, 07:30
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Viel Prominenz am Swiss Fintech and Digitization Day.

Viel Prominenz am Swiss Fintech & Digitization Day.
Gemeinsam organisiert von Swiss Finance Startups.
Politik
Während Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch die Standortvorteile von Zürich hervorhob, ging Bundesrat Johann Schneider-Amman auf die unterschiedlichen Teilbereiche der Herausforderungen für den Fintech-Standort Schweiz ein. Von Bildungsoffensiven zur Förderung des Wissenstands in Bezug auf Digitalisierung war genauso die Rede wie von den neuen Bildungsmöglichkeiten, die sich durch Massive Open Online Course (MOOC) ergeben und auch schon rege genutzt werden. Auch auf die Finanzierungsproblematik für Startups kam er zu sprechen und wies speziell auf das "Death Valley" hin, dem Startups zum Opfer fallen, wenn keine Anschlussfinanzierung gefunden werden kann.
Im Bereich Fintech hat der Bundesrat kürzlich das Eidgenössische Finanzdepartement damit beauftragt, verschiedene Massnahmen zu prüfen, welche für Fintechs die Markteintrittshürden verringern. In Bundesbern geht aber alles meist langsamer und über mehr Instanzen als den meisten lieb und der Sache förderlich ist.
Banken, Fintechs, und Startups
In der Paneldiskussion trafen Vertreter von Fintech-Startups, Banken, der Bankiervereinigung, der ETHZ und der Politik aufeinander. Für Banken sind Fintech-Firmen – ob Startup oder etablierte Unternehmen – bereits heute wichtige Partner um neue markt- und kundenorientierte Lösungen anbieten und die eigene Effizienz steigern zu können. Wie breit und gut die Fintech-Szene in der Schweiz bereits aufgestellt.
Für das weitere Gedeihen des Fintech- und Finanzplatzes Schweiz ist ein fortlaufender Ausbau des bestehenden Ökosystems unter Ausnutzung der Synergieeffekte und Unterstützung durch Politik und Regulierungsbehörde unerlässlich. So lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Fintech-Hubs wie London, Singapore, New York und Berlin verbessern.
Finanzdienstleister wie Banken unterscheiden sich in Bezug auf Ausgangslage und Prioritäten von reinen Fintech-Firmen. Für Startups steht nebst der Produkt- und Marktentwicklung meist die Finanzierung und der Geschäftsaufbau im Vordergrund. Etablierte Finanzdienstleister verfügen über einen bestehenden Kundenstamm und haben ein Interesse die Geschäftsbeziehungen mittels neuer Produkte zu erweitern. Diese Produkte kommen von Fintech-Startups, von etablierten Fintech-Firmen oder sind Eigenentwicklungen. Für die meisten Startups stellen Finanzierung, Personal und Kundengewinnung die grössten Problembereiche dar, zumindest wenn für das Produkt ein Markt vorhanden ist und keine Regulation einen Markteintritt übermässig erschwert. Ein funktionierendes Ökosystem hilft, diese Problembereiche besser zu bewältigen.
Zum Abschluss wies Claude-Alain Margelisch, CEO der Schweizerischen Bankiersvereinigung, auf die Relevanz der Qualität des Ökosystems für den Finanzplatz Schweiz hin: "Nur durch Kollaboration der starken Banken mit den innovativen Fintech-Unternehmen können auch in Zukunft die Vielfalt des Schweizer Finanzplatzes bewahrt werden, Arbeitsplätze geschaffen werden und die Wertschöpfung in der Schweiz verbleiben." (cj)

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