Fintechs ziehen weltweit viel Geld an

19. Januar 2022, 14:14
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Die Investments in Startups erreichen neue Höhen. Fintechs bleiben laut KPMG der heisseste Bereich, aber auch in Anbieter von HR-Lösungen und B2B-Services wird kräftig investiert.

Startups weltweit haben im vergangenen Jahr Gelder von Investoren in Rekordhöhe eingeworben. Insgesamt flossen 671 Milliarden US-Dollar Risikokapital in junge Firmen, wie eine Studie von KPMG zeigt.
Das sei fast doppelt so viel Geld wie im von Corona geprägten Vorjahr. Ein grosser Teil der Investitionen ging der Studie zufolge an Unicorns, also Startups mit einer Marktbewertung von bereits mehr als einer Milliarde Dollar. "Es entstehen aber in erheblichem Tempo auch immer wieder neue Einhörner", so KPMG-Experte Ashkan Kalantary.
Einerseits sei angesichts der weltweiten Niedrigzinsen viel Geld im Markt. Andererseits dürfte das Streben nach Digitalisierung dazu beitragen, dass die Wagniskapital-Investitionen im ersten Quartal 2022 hoch bleiben, schreibt KPMG.
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Ein Blick auf die Sektoren zeigt, weltweit das meiste Geld zieht der Software-Bereich an. Grafik: KPMG
Tech-Startups profitieren davon, dass die Digitalisierung in der Pandemie einen Schub bekommen hat. Ob Homeoffice, Online-Shopping, Streaming, Essenslieferungen oder Finanzgeschäfte – Corona verstärkt Trends.
In Europa haben im letzten Quartal 2021 mehrere Digital-Banken grosse Finanzierungsrunden abgeschlossen. Zu den grössten Deals gehörten laut KPMG eine 900 Millionen Dollar schwere Runde von N26 mit Sitz in Deutschland sowie eine 600-Millionen- und eine 300-Millionen-Dollar-Runde von Monzo und Zopa mit Sitz in Grossbritannien.

Intelligente HR- und Buchhaltungs-Software

Neben dem Fintech-Bereich werden im Bericht die wachsenden Investitionen in HR-Software hervorgehoben. Genauer gesagt, in Anbieter von KI-gestützten HR-Lösungen für Lohnabrechnungen, Rekrutierung oder das Performance-Management.
Hierzulande ist beispielsweise das Jungunternehmen Yokoy in diesem Bereich aktiv. Das Startup schloss im vergangenen Herbst eine Finanzierungsrunde über 26 Millionen Dollar ab. Yokoy setzt eigenen Angaben zufolge auf KI, um das Spesenmanagement zu automatisieren. Die AXA-Tochter Accounto verspricht, dank KI-gestützter Belegverarbeitung die "vollautomatisierte Buchhaltung" Realität werden zu lassen.
Neben Jungunternehmen sind aber auch etablierte Firmen in diesem Bereich aktiv. Abacus beispielsweise kündigte seine Deepbox an. Dieses KI-basierte Online-Postfach verspricht eine intelligente Dokumentenverwaltung, um die Verarbeitung und Klassifizierung von Dokumentenprozessen zu automatisieren.
Angesichts der raschen Veränderungen der Arbeitsabläufe von Unternehmen in den vergangenen achtzehn Monaten sowie den hybriden Arbeitsformen, werden die Investitionen in HR-Lösungen bis weit in das Jahr 2022 hinein sehr stark bleiben, glaubt KPMG.

Trends für 2022

Insgesamt geht der Unternehmensberater davon aus, dass die VC-Investitionen 2022 weltweit auf hohem Niveau bleiben. Fintech werde wahrscheinlich einer der heissesten Investitionsbereiche bleiben, zusätzlich zu B2B-Dienstleistungen, Gesundheitstechnologie, Cybersicherheit und KI-Lösungen.
Bei den IPOs geht KPMG zum Jahresauftakt von einer leichten Abkühlung aus. In reiferen Bereichen wie Fintech, so die weitere Prognose, werde die Konsolidierung deutlich zunehmen. 

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