Firma. Ohne. Logo. Nix. Unterscheidungskraft.

3. Juni 2009, 15:31
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BloggingToms Woche im Cyberspace LXXIX

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXIX
Webdesign ist eine Wissenschaft für sich. Erinnern sie sich zum Beispiel noch an die guten, alten Frames? Oder an die vielen Webseiten, auf denen damals der Hinweis "Optimiert für Netscape Navigator 2.0" stand? Heute sind wir (glücklicherweise) ein paar Schritte weiter und die meisten Webseiten können sich sehen lassen. Der Webdienstleister 'Namics' geht nun einen Schritt weiter und will sein Logo beerdigen. Ab heute soll das Unternehmen keine eigene Farbe und auch kein Logo mehr haben, sondern eine "Wortmarke" soll es nun richten.
Das ist ein gewagter Versuch, denn der Wiedererkennungswert sinkt ohne Logo wohl dramatisch. Für Namics scheint das aber kein Thema. Die "sich ständig wandelnde Wortmarke", soll sich inhaltlich und farblich aktuellen Situationen, einer Konferenz oder den Mitarbeitern anpassen. Diese sind es denn auch, die der "Wortmarke" die passenden Schlagwörter verpassen sollen. "Zentral. Scrum. Substanz. Media social marke. The flow experience. Geeks. Namics", heisst es da beispielsweise.
Eigentlich alles schön und gut, nur: Was steht denn zum Beispiel auf dem Briefpapier? "Rechnung. Zahlen. Pünktlich. Danke. Namics", dürfte die Kunden wohl kaum wirklich ansprechen. Und so verhält es sich auch auf der neuen Webseite, die man wohlweislich noch unter namics.com inklusive Logo).
Und sind wir doch mal ehrlich: Wo auf der neuen Seite ist denn der Wiedererkennungswert versteckt? Bis sich all die Schlagwörter aufgebaut haben und der Name Namics auftaucht, hab ich längst runtergescrollt und suche nach Inhalten. Und morgen habe ich nichts mehr, was mich an den Namen der Seite (oder der Firma) erinnern könnte. Ob das so wirklich Sinn macht?
Suchmaschinenoptimierer sind in einem ähnlichen Feld unterwegs. Sie versuchen typischerweise, durch das Einflechten von bestimmten Schlagwörtern in den Seitentext die Positionen in den Suchergebnissen für ihre Kunden zu verbessern. Dass es dabei auch schwarze Schafe gibt, die sich unlauterer Methoden bedienen, sollte dem Laien spätestens seit dem Vorfall mit BMW, die Google für kurze Zeit wegen solcher Methoden aus dem Suchindex ausgeschlossen hat, klar sein.
Schwarze Schafe gibt es aber offenkundig auch in der Schweiz. Aktuell scheinen sich die Konkurrenten im Kontaktlinsenbusiness mächtig auf den Füssen herum zu trampeln. Zumindest macht derzeit ein Suchmaschinenoptimierer aus dem bündnerischen Fideris von sich reden, der Webseiten anschreibt und sie bittet, doch bitte den Konkurrenzlink zu entfernen und, dazu passend, gleich einen "Ersatzlink" anbietet. Den seines eigenen Kunden nämlich. Auch eine Möglichkeit, seine Arbeit zu machen. Und eine Möglichkeit, in den nächsten Tagen auf dem einen oder anderen Weblog noch für Aufmerksamkeit zu sorgen.
Und zum Schluss - wie immer - die News im Schnelldurchlauf: Die SBB bieten neu nicht nur einfache Billette zum Sparpreis an, sondern nun sogar zwei Halbtaxabos)

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