Flüchtlinge als Informatiker

9. September 2015, 13:37
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Eine private Initiative von Informatikern will Flüchtlingen das Programmieren beibringen. Um ihnen und der eigenen Branche zu helfen.

Eine private Initiative von Informatikern will Flüchtlingen das Programmieren beibringen. Um ihnen zu helfen - und der eigenen Branche.
Eine private Initiative von Informatikern will Flüchtlingen Grundkenntnisse im Programmieren beibringen. Das Programm "Refugees on Rails" bietet vorerst Flüchtlingen in Berlin Kurse für das Web Application Framework Ruby on Rails.
Dazu sammeln sie ausrangierte Laptops und bieten Interessierten Kurse in Flüchtlingsunterkünften an. Vorerst konzentriere sich die Initiative auf erwachsene Flüchtlinge, die bereits grundlegende EDV-Kenntnisse mit sich bringen, sagt Co-Gründer Ahmet Emre gegenüber 'Heise'. Ein weiterer Kurs soll einige zu vollwertigen Programmierern ausbilden. Dazu gehöre auch, sie in die Tech-Gemeinschaft von Berlin zu integrieren.
Das ambitionierte Ziel der Initianten lautet, das Freiwilligen-Programm in möglichst viele Länder Europas zu bringen. Noch besteht kein Kontakt in die Schweiz, schreibt Co-Gründerin Anne Kjær Riechert an inside-it.ch. Zurzeit erarbeitet die Projektgruppe eine Art Konzept-Anleitung, die in andere Städte und Länder weitergereicht werden kann.
Gegenüber 'Heise' sagt Ahmet Emre: "Das [Programm] lässt sich auf andere Länder ausweiten und wir arbeiten auch daran. Programmier-Kenntnisse zu haben, ist wie eine Superkraft. Damit lässt sich in der heutigen Welt mit nur einem Laptop und einem Internet-Anschluss sehr viel erreichen. Denken Sie dabei an Minecraft oder an Tumblr. Der nächste Steve Jobs sitzt vielleicht gerade irgendwo in einem Camp."
Der nächste Steve Jobs sitzt vielleicht in einem Flüchtlingslager
Den Link zu Steve Jobs hat Emre nicht zufällig gewählt: Wie jüngst ein IT-Unternehmer via Twitter in Erinnerung gerufen hat, ist Steve Jobs der Sohn eines syrischen Emigranten. Abdul Fattah Jandali ist in den 50er-Jahren in die USA ausgewandert und hat seinen Sohn dort zur Adoption freigegeben: Die vielleicht ersten Schritte zum inzwischen wertvollsten Unternehmen der Welt. (mik)

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