Forderung nach mehr Open Source im Kanton Bern

3. Juli 2013, 13:20
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Synergien beim Software-Einsatz sollen genutzt werden, fordert eine Motion.

Synergien beim Software-Einsatz sollen genutzt werden, fordert eine Motion.
Der Kanton Bern gibt pro Jahr rund 200 Millionen Franken für die Informatik aus. Dies wird zurzeit aufgrund der Motion "Unabhängige Prüfung der Informatik im Kanton Bern" untersucht. Eine in dieser Woche publizierte Motion verlangt nun, dass Synergien beim Software-Einsatz besser genutzt werden müssen. Eingereicht wurde der überparteiliche Vorstoss unter anderem von SP-Grossrätin Giovanna Battagliero und EVP-Grossrat Marc Jost.
Konkret werden sechs Punkte gefordert:
1) Der Kanton Bern und insbesondere das KAIO (Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern) und der kantonseigene IT-Dienstleister Bedag sollen im Informatikbereich verstärkt mit anderen Behörden im Rahmen von Open-Source-Projekten zusammenarbeiten.
2) Entwicklungen, bei denen der Kanton Bern das Urheberrecht besitzt, sollen wo sinnvoll als Open-Source-Software freigegeben werden, damit andere Behörden die Software einsetzen und die Weiterentwicklungskosten geteilt werden können.
3) Bei jedem neuen Informatikprojekt haben die Verantwortlichen aufzuzeigen, welche Open-Source-Alternativen bei der Beschaffung geprüft wurden. Wenn keine eingeplant ist, muss dies begründet werden.
4) Bei jeder neuen oder zu überarbeitenden Fachanwendung ist entweder eine Freigabe unter einer Open-Source-Lizenz vorzusehen oder es ist aufzuzeigen, warum diese nicht als Open-Source freigegeben wird.
5) Bei sogenannten "Closed Communities" (Software-Weiterentwicklung wird intern zwischen Verwaltungen mittels Verträgen geteilt, z.B. bei Registerlösung Geres von Bedag) sollen die zuständigen Behörden aufzeigen, ob sich der juristische und administrative Aufwand gegenüber einer Freigabe unter einer Open-Source-Lizenz tatsächlich lohnt.
6) Der Kanton Bern soll sich aktiv in bestehende und neue Open-Source-Entwicklungen von Fachapplikationen und den entsprechenden Gremien (Vereinen) einbringen, um einen höchstmöglichen Nutzen aus den vorhandenen Ressourcen zu erzielen.
Die Motion befindet sich nun zur Beantwortung in der Berner Finanzdirektion. (lvb)

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