Forrester: Ein Drittel der Jobs durch Automati­sierung bedroht

24. Januar 2022, 14:51
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Digitalisierungsdruck, ein Covid-19-bedingter Produktivitäts­rück­gang und der demografische Wandel führen laut Analysten zu mehr Auto­matisierung.

Bis ins Jahr 2040 werden in Europa 12 Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierungs-Technologien verloren gehen. Dies zumindest schreiben die Analysten von Forrester in einer neuen Studie. Zu beachten dabei sei, dass eine Automatisierung in der Regel nicht eins zu eins einen Arbeitsplatz ersetzt. Vielmehr würden einzelne Aufgaben, wie beispielsweise die Aktualisierung von HR-Daten, automatisiert. Insgesamt sei ein Drittel aller Jobs zumindest teilweise von Automatisierung gefährdet. 
Die Pandemie habe den Einsatz digitaler Technologien weiter vorangetrieben, führt Forrester aus. Dies habe einerseits mit dem Digitalisierungsschub zu tun. Gleichzeitig könnten Unternehmen durch einen Covid-19-bedingten Produktivitätsrückgang gezwungen sein, manuelle Prozesse zu automatisieren, schreiben die Analysten.
Laut dem Report wird die Automatisierung ausserdem durch den demografischen Wandel angetrieben. Denn bis 2050 werden die 5 grössten europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Grossbritannien voraussichtlich 30 Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter haben als 2020. Die Automatisierung werde zu einem integralen Bestandteil der Art und Weise, "wie europäische Regierungen und Arbeitgeber ihre Wettbewerbsfähigkeit betrachten und mit ihrer alternden Bevölkerung umgehen", so der Forrester-Analyst Michael O'Grady. 
Am stärksten durch Automatisierung bedroht sind Arbeitsplätze im unteren und mittleren Qualifikaitonssegment, heisst es weiter. Dabei gehe es um einfache Routineaufgaben beispielsweise im Einzelhandel, im Freizeitbereich oder der Gastronomie.
Arbeitnehmende mit geringer Verhandlungsmacht werden laut den Autoren am stärksten von Verdrängung durch die Automatisierungen bedroht sein, vor allem in Ländern, in denen viele in unvorteilhaften Arbeitsverträgen angestellt seien. Konkret als Beispiele genannt werden Minijobs in Deutschland und Null-Stunden-Verträge in Grossbritannien. 

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