Foxconn produziert jetzt auch in der Türkei

1. März 2011, 13:11
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Foxconn Electronics (Hon Hai Precision Industry), weltgrösster Elektronikauftragsfertiger (EMS), hat im August 2010 ein Investitionsabkommen für eine türkische Fabrik für Desktop-PCs unterzeichnet und jetzt dort bereits die Produktion aufgenommen.

Foxconn Electronics (Hon Hai Precision Industry), weltgrösster Elektronikauftragsfertiger (EMS), hat im August 2010 ein Investitionsabkommen für eine türkische Fabrik für Desktop-PCs unterzeichnet und jetzt dort bereits die Produktion aufgenommen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Taiwan begründet die Investition mit den Bemühungen, weltweit zu produzieren und sich von der Überabhängigkeit von China ein Stück zu lösen. Die Fabrik in der Nähe von Istanbul hat laut 'Digitimes‘ ein Startkapital von 60 Millionen US-Dollar erhalten und soll in der Anfangsphase rund 1,5 Millionen Desktop-PCs jährlich produzieren. Damit reagiert Foxconn auch auf die wachsende Nachfrage in der Region mit der Türkei als immer wichtiger werdendem Produktionsstandort für Nordafrika, Nahost und Europa.
Der EMS-Riese, der unter anderem für Apple die iPhones und iPads herstellt sowie Notebooks für HP, ist auch einer der führenden Auftragsfertiger für LCD-Fernseher. Nachdem Foxconn von Sony schon TV-Werke in Mexiko und in der Slowakai übernommen hat, planen die beiden Unternehmen in der chinesischen Provinz Shandong die weltgrösste TV-Fabrik.
Mit vor einem halben Jahr schon rund 937'000 Beschäftigten allein in China gilt Foxconn als grösster privatwirtschaftlicher Arbeitgeber der Welt. Ende 2009 hat der Konzern Pläne bekanntgegeben, ein polnisches PC-Werk von Dell im polnischen Lodz zu übernehmen. Als die Europäische Kommission im Oktober 2010 grünes Licht dafür gab, wurde die Nachricht von den Fabrikarbeitern allerdings nicht gerade begeistert aufgenommen. Der Grund war eine beispiellose Suizidserie in chinesischen Produktionsstätten mit mindestens 13 bekannten Fällen im letzten Jahr, die sich Anfang 2011 fortgesetzt hat. In Erklärungsnöte geraten sind deswegen auch Grosskunden. Apple-Chef Steve Jobs hat Foxconn aber im Juni 2010 als angeblich vorbildlichen Arbeitgeber verteidigt und gesagt, dass die Suizidrate unterhalb des Durchschnitts liege. (Klaus Hauptfleisch)

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