Foxconn will chinesische Fabriken nach Taiwan verlagern

11. Juni 2010, 14:20
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Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn will einige seiner chinesischen Fabriken schliessen und diese durch Fertigungshallen in Freihandelszonen in Taiwan ersetzen.

Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn will einige seiner chinesischen Fabriken schliessen und diese durch Fertigungshallen in Freihandelszonen in Taiwan ersetzen. Wie das Unternehmen mitteilt, würden die neuen Fabriken in Taiwan auf komplexe Fertigungen ausgerichtet. Man habe die Fabriken damals in China errichtet, "weil die Lohnkosten dort weit niedriger lagen", sagte ein Sprecher der Foxconn-Mutter Hon Hai Precision Industry. Wenn nun lohnmässig eine Angleichung an Taiwan erfolge, bevorzuge man klar den Standort Taiwan, so der Sprecher weiter. Nach einer Selbstmordserie unter den Mitarbeitenden hatte Foxconn aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit und seiner Kunden mehrfach die Löhne erhöht. So wurde Ende Mai eine erste Erhöhung um 20 Prozent angekündigt, eine weitere Erhöhung um 30 Prozent wurde vergangene Woche bekannt. Anfangs dieser Woche verkündete Foxconn eine weitere 70-prozentige Steigerung der Löhne.
Entgegen der Aussagen des Konzerns schreibt die Hongkonger Zeitung 'Oriental Daily News' allerdings, dass geplant sei , alle Fabriken in China zu schliessen. Davon wären mehr als 800'000 Mitarbeitende betroffen. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht.
Der amerikanische News-Sender 'CNN' berichtet wiederum, dass Foxconn-Chef Terry Gou die Selbstmordwelle in seinen Fabriken durch die Auflösung der "Fabrik-Stadt" in den Griff bekommen will. Die Wohnhäuser, in denen die Mitarbeitenden wohnen, sollen an die Regierung verkauft und vom Konzern lediglich gemietet werden. Schliesslich, so Gou an einer Investorenkonferenz, stelle die Firma am Hauptsitz in Taiwan auch keine Unterkünfte für Mitarbeitende zur Verfügung. Dort werde der Arbeitgeber auch nicht dafür verantwortlich gemacht, wenn sich ein Mitarbeiter wegen seiner emotionalen Probleme umbringe. "Aber hier müssen wir dafür geradestehen, weil sie in unseren Wohnheimen leben und schlafen", sagte Gou weiter.
An der Konferenz präsentierte Gou auch ein Papier des taiwanischen Suizid-Präventionszentrums. Danach seien die meisten Selbstmorde aufgrund von Liebeskummer oder Problemen in der Familie geschehen, drei der Opfer hätten psychische Probleme gehabt. In einer Pressmitteilung von Foxconn heisst es weiter, dass einige der Selbstmorde "wahrscheinlich" erst durch die Hoffnung auf Entschädigungen an die Opferfamilien verursacht worden seien. (bt)

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