Frankreich klagt bei Microsoft mehr Sicherheit für Win10 ein

21. Juli 2016, 12:15
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Der Software-Konzern muss in Frankreich bis zum 30. September Windows 10 sicherer machen.

Der Software-Konzern muss in Frankreich bis zum 30. September Windows 10 sicherer machen.
Die französische Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés (CNIL) erwartet, dass Microsoft rasch die Funktionen zur Absicherung der Privatsphäre seines neusten Betriebssystems Window 10 ausbaut. Frankreichs Datenschutzbehörde habe entsprechende Verstösse gegen geltendes Recht ausgemacht. Die Redmonder haben nun drei Monaten Zeit, Abhilfe zu schaffen und sich ans französische Recht zu halten.
Beim CNIL wird betont, dass man sich unter anderem wegen der Schwere der Datenschutzverstösse und der Anzahl der betroffenen Personen (mehr als zehn Millionen Windows-10-Anwender auf französischem Gebiet) zur Veröffentlichung des Mahnschreibens veranlasst sehe.
Bereits im Mai und Juni waren diverse Test durchgeführt worden, bei denen unter anderem Daten analysiert wurden, die Windows 10 an Microsoft-Server sendet. So kritisiert die CNIL das umfassende und zum Teil unnötige Sammeln von Nutzerdaten bei heruntergeladenen Anwendungen. Ausserdem setze Microsoft auf Windows-10-Geräten automatisch Werbe-Cookies ein, ohne zuvor das Einverständnis der Nutzer einzuholen. Weiter wird bemängelt, dass Online-Dienste inklusive der Zahlungsmöglichkeit nur mit einer vierstelligen PIN abgesichert seien, und zudem noch beliebig viele Anmeldeversuche erlauben. Und auch bei Transaktionen wie Online-Einkäufen würden die Daten von Microsoft gespeichert.
Änderungen werden weiter bei den zwar vielen, allerdings komplexen Einstellungen zur Privatsphäre erwartet. Zudem fehle es an proaktiven Sicherheitseinstellungen, müsste doch der Nutzer von sich aus tätig werden, um sich zu schützen.
Weiter wird von Microsoft erwartet, Massnahmen aufzugleisen, die den Datentransfer zwischen der EU und den USA verhindern. Nötig sei dies, nachdem das Safe-Harbor-Abkommen mit der EU hinfällig geworden ist. Der Software-Konzern muss nun bis zum 30. September 2016 für Abhilfe und Anpassungen sorgen, sonst drohen Bussgeldzahlungen. (vri)

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