"Free Internet" ist teuer (für sunrise). (Mit Berichtigung)

13. Februar 2008, 16:22
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BloggingToms Woche im Cyberspace XIII.

BloggingToms Woche im Cyberspace XIII.
Nun ist es also raus: Hinter der (eigentlich gar nicht so) geheimnisvollen Kampagne "Free Internet" steckt, wie unsere LeserInnen bereits seit letzter Woche wissen, Sunrise. Wer sich bis zum 30. April für ein Mobil- und Festnetzabo beim "aufgehenden Sünneli" entscheidet, soll den Internetzugang dazu kostenlos bekommen.
(Berichtigung und eine Entschuldigung an BloggingTom: An dieser Stelle stand ursprünglich der Satz "wenn er in der Nähe einer entbündelten Zentrale wohnt." Das wurde von der inside-it.ch-Redaktion in Toms Text hineinredigiert, stimmt aber nicht. Da haben wir etwas zu wenig genau gelesen. Ralf Beyeler von Comparis.ch klärt die Sache auf BloggingTom.ch auf: "Wer in der Nähe eine entbündelte Zentrale hat und sich nicht an dieser anschliessen lässt, surft nicht mehr kostenlos. Wenn sunrise aber keine entbündelte Zentrale in der Nähe hat, kann man gratis surfen.")
Von "Free", wie es die Kampagne suggerierte, kann aber natürlich keine Rede sein. Immerhin hat man so einen eleganten Weg gefunden, das nicht gerade margenstarke ADSL-Geschäft geschickt mit der gewinnträchtigen Mobilsparte zu koppeln. Trotzdem bleibt es ein Spiel mit dem Feuer, wie die Handelszeitung zu berichten weiss: Bei geschätzten 35 Franken Subvention pro Abo und Kunde könnte für sunrise ein jährliches Minus von mehreren Millionen Franken entstehen.
Und was ist mit den suggerierten Hoffnungen auf kostenloses Internet? "Jeder Mensch hat ein Recht auf kostenloses Internet" wurde da in den Raum gestellt. Oder dass der Internetzugang ein Grundbedürfnis sei, das nichts kosten darf. Daraus wird nämlich nichts, auch wenn "kostenlos" rein rechnerisch zwar stimmen mag. Dafür muss ich mich aber anderweitig binden, was nun wieder nichts mit "frei" zu tun hat. Der für die Kampagne missbrauchte Che Guevara wäre davon wohl wenig begeistert...
Schon mal ein Foto im Internet kopiert und auf der eigenen Webseite genutzt? Dann können Sie von Glück reden, dass sie erstens nicht in Deutschland wohnen und zweitens kein Foto von Folkert Knieper bzw. seiner Kochbuchseite Marions Kochbuch erwischt haben. Sonst dürften sie sich mit grösster Sicherheit nämlich schon längst mit einer Abmahnung herumschlagen. Knieper scheint mit dem Abmahnen solcher Machenschaften nämlich bereits mehrere 100'000 Euro im Jahr verdienen zu können. Kein Wunder, schliesslich unternimmt er einige Anstrengungen, seine Fotos von Brötchen, Zwiebeln und Tomaten in den Suchergebnissen ganz vorne erscheinen zu lassen.
Ein Blogger, der bereits Bekanntschaft mit einer Abmahnung aus dem Hause Knieper machen durfte, wurde nun vom Fotografen erneut abgemahnt. Er persönlich hatte der Interviewanfrage der Journalisten zugestimmt.
Und noch ein Tipp für ihre nächste Videokonferenz: Bereiten Sie alles minutiös vor und denken sie vor allem daran, dass auch Wände starken Windstössen ausgesetzt sind. Nicht dass ihnen dasselbe passiert wie unseren drei Golfspielern)

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