Freiburger Parlament mit Schweizer Digitalisierungs-Premiere

26. Mai 2020, 12:56
  • e-government
  • coronavirus
  • e-voting
  • workplace
image

Im Grossen Rat des Kantons Freiburg können Parlamentarier nun auch von zu Hause aus an Sitzungen und Abstimmungen teilnehmen.

Ab morgen, dem 27. Mai, tagt der Grosse Rat des Kantons Freiburg zum ersten Mal seit dem Beginn der Corona-Epidemie. Und wie 'SRF' berichtet, tut er dies mit einer Schweizer Premiere: Zum ersten Mal können Parlamentarier und Parlamentarierinnen per Videokonferenz an einer Session teilnehmen. Auch bei Abstimmungen können sie mitmachen. Diese Möglichkeit wurde für Ratsmitglieder geschaffen, die wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung bei einer Corona-Ansteckung besonders gefährdet wären.
Wie die 'Freiburger Nachrichten' schreiben, werden vier der insgesamt 110 Parlamentarier und Parlamentarierinnen diese Möglichkeit wahrnehmen. Die Session wird in einem Saal des Forums Freiburg stattfinden, der genügend Platz bietet, damit die Ratsmitglieder Abstand wahren können. Die "Work-from-Home-Mitglieder" werden die Sitzungen laut dem Informatik-Verantwortlichen Christophe Dupasquier via Microsoft Teams verfolgen.
Ihre Identifizierung erfolgt durch zwei Faktoren. Einerseits erhalten sie eine SMS und andererseits wird auch noch visuell kontrolliert, ob tatsächlich der oder die Richtige vor dem Bildschirm sitzt. Wenn die Parlamentarier im Homeoffice selbst etwas sagen wollen, muss allerdings improvisiert werden. Die Ratspräsidentin müsse dafür ihr Mikrofon vor den Bildschirm halten, schreiben die 'Freiburger Nachrichten'.
Von zu Hause aus abstimmen können die betroffenen Ratsmitglieder via Online-Formulare. Die Abstimmungs-Software sei so ergänzt worden, dass die Voten aus dem Homeoffice, wenn auch eventuell mit einer kleinen Verzögerung, mitgezählt werden.
Einer, der zu Hause bleibt, und das System bereits getestet hat, ist der SVP-Grossrat Ueli Johner-Etter. Laut ihm hat in den Tests das meiste gut funktioniert. Einzig eine Testwahl, bei der er einen Namen hätte eintippen sollen, habe nicht geklappt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022
image

Palantir übernimmt 230-Millionen-Auftrag, um US-Drohnen effizienter zu machen

Der opake Datenanalyse-Konzern des rechtslibertären Milliardärs Peter Thiel gibt auch in Europa wieder zu Reden. CEO Alex Karp inszeniert sich als kritischer Geist.

publiziert am 30.9.2022