Freigiebige Geldautomaten dank Datenbank-Absturz

2. März 2011, 16:26
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Albtraum für die einen, Wunschtraum für die anderen: Kunden konnten gestern beliebig viel Geld von den Geldautomaten der australischen Commonwealth Bank (CBA) beziehen, da die Automaten Bezugslimiten nicht mehr abfragen konnten, die Bank sie aber trotzdem nicht abgestellt hat.

Albtraum für die einen, Wunschtraum für die anderen: Kunden konnten gestern beliebig viel Geld von den Geldautomaten der australischen Commonwealth Bank (CBA) beziehen, da die Automaten Bezugslimiten nicht mehr abfragen konnten, die Bank sie aber trotzdem nicht abgestellt hat.
Dies wurde von diversen Leuten ausgenützt. So verhaftete die Polizei einen 18-jährigen Mann in einem Vorort von Sydney, der 1500 australische Dollar für seinen Cousin abgehoben hatte. Ungeschickterweise gratulierten sich der junge Mann und ein ebenfalls junger Begleiter zum Fischzug mittels 'High Five' vor den Augen der Polizei, wie die Zeitung 'Herald Sun' heute berichtet. Der junge Mann hat sein Vergehen gestanden und wurde gegen Kaution freigelassen.
Auch andere Leute haben die unfreiwillige Freigiebigkeit der Bankomaten ausgenutzt, wie eine Sprecherin der Bank im Gespräch mit dem 'Sydney Morning Herald' zugab. So haben sich etwa in der tasmanischen Stadt Launceston lange Menschenschlangen vor den Bankomaten gebildet, wie 'ABC News' berichtete.
"Routinemässige Datenbankwartung
Die Probleme mit den Geldautomaten sind entstanden, weil eine Datenbank in der Nacht von Sonntag auf Montag während "routinemässigen Wartungsarbeiten" abgestürzt ist und nicht mehr rechtzeitig zum Laufen gebracht worden konnte.
Die Zeitung mit dem wunderbaren Namen 'Sydney Morning Herald' bringt den Datenbank-Absturz in Zusammenhang mit einem Mega-Softwareprojekt der Bank. Seit April 2008 arbeitet die Bank daran, die alten Systeme durch SAP for Banking zu ersetzen. Das Projekt sollte ursprünglich vier Jahre dauern und total 580 Millionen australische Dollar kosten. Vor wenigen Tagen musste die Bank aber zugeben, dass das Projekt ein Jahr länger dauern wird und 1,1 Milliarden australische Dollar kosten soll. (hc)

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