Frequenz-Auktion: Nächste Woche beginnt das 5G-Gerangel

25. Januar 2019, 15:17
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In der Schweiz werden in Kürze die Grundlagen für die Datenautobahn der Zukunft verteilt: Nächste Woche beginnt die mit Spannung erwartete Versteigerung der G5-Mobilfunkfrequenzen.

In der Schweiz werden in Kürze die Grundlagen für die Datenautobahn der Zukunft verteilt: Nächste Woche beginnt die mit Spannung erwartete Versteigerung der G5-Mobilfunkfrequenzen.
Wann genau der Startschuss fällt, wollen weder die Eidgenössische Kommunikationskommission Comcom noch das Bundesamt für Kommunikation Bakom, das die Auktion durchführt, bekannt geben. Auch die Telekomkonzerne hielten sich bedeckt mit der Begründung, sie dürften vor und während des Vergabeverfahrens keine Auskünfte erteilen.
Mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP' jedoch, dass es kommende Woche losgehen soll.
Ihr Schweigen begründen Comcom und Bakom damit, dass es sich um ein laufendes Verfahren handle. Zudem führen die Behörden Sicherheitsgründe an, um keine Hacker auf den Plan zu rufen. "Um einen reibungslosen Ablauf der Auktion zu gewährleisten, werden bis zu ihrem Abschluss keine Einzelheiten kommuniziert. Das Bakom und die Comcom werden die Öffentlichkeit nach Abschluss der Auktion informieren", so ein Bakom-Sprecher auf Anfrage.
Anmelden mussten sich die Interessenten bis Anfang Oktober. Neben den drei "üblichen Verdächtigen" dürfte sich nach Ansicht von Experten kein anderer Interessent beworben haben.
Gerangel um begehrte Frequenzen
Das Bieterrennen um die Frequenzen beginnt bei 220 Millionen Franken. Dies ist der Minimalpreis, wenn es für alle Frequenzen eine Nachfrage gibt.
Wie hoch die Preise tatsächlich gehen, hängt vom Bietverhalten ab. Ebenso die Dauer, die sich von einigen Tage bis zu mehreren Wochen erstrecken kann. Geboten wird an Arbeitstagen von 9 bis etwa 17 Uhr. Die Zahl der Runden ist nicht begrenzt. Es wird erwartet, dass Swisscom sich das grösste Spektrum sichern wird, vor Sunrise und dann Salt.
Besonders gross dürfte das Gerangel um die Frequenzen von 700 Megahertz und 3,5 bis 3,8 Gigahertz sein, die für die 5G-Mobilfunktechnik sehr wichtig sind. Deshalb hat die Comcom bei den besonders attraktiven Frequenzen im 700 MHz-Band den ursprünglichen Mindestpreis des Bundesrats verdoppelt.
Zudem hat die Regulatorin Bietbeschränkungen in gewissen Frequenzbereichen eingeführt, um zu verhindern, dass Swisscom ihre finanziellen Muskeln zu stark spielen lässt.
Die 700 MHz-Frequenzen sind so begehrt, weil sie eine grosse Reichweite haben. Mit relativ wenigen Antennen lässt sich eine grosse Fläche abdecken. Die 3,5 bis 3,8 GHz-Frequenzen bieten dagegen viel höhere Geschwindigkeiten. Zudem können wesentlich mehr Handys eine Antenne gleichzeitig nutzen.
In Deutschland übrigens, wird die 5G-Auktion in der zweiten Märzhälfte stattfinden, wie die Bundesnetzagentur heute mitteilt. Es stehen Frequenzen im 2-Gigahertz-Band sowie im 3,6-Gigahertz-Band zur Zuteilung. Um diese wollen Marktführer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland sowie erstmals die United-Internet-Tochter Drillisch bieten. (awp/sda/kjo)

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