Frisst nun Google alle?

26. Oktober 2005, 14:13
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"Google Base" führt zu wilden Spekulationen: Kleinanzeigen-Site? E-Bay-Konkurrenz? Ein gigantisches Weblog? Oder sogar eine Online-Harddisk für jedermann?

"Google Base" führt zu wilden Spekulationen: Kleinanzeigen-Site? E-Bay-Konkurrenz? Ein gigantisches Weblog? Oder sogar eine Online-Harddisk für jedermann?
Google hat wieder etwas Neues ausgeheckt: Wie US-Medien berichten, testet Google einen neuen Service namens "Google Base". Eine Testsite (base.google.com.
Wie Google erklärte handelt es sich dabei um einen "frühen Test" für einen Service, der es "Inhalte-Inhabern" erlauben soll, "ihre Inhalte Google auf einfache Weise zur Verfügung zu stellen." Darüber hinaus aber habe man noch nichts anzukündigen.
Kein Wunder also, das vor allem in Weblogs schnell das grosse Rätselraten losging, was Google mit Google-Base vorhaben könnte. Die Google-Base soll anscheinend als ganzes durchsuchbar sein. Google selbst nennt vier Beispiele davon, was man hochladen könnte:
- "Eine Beschreibung Ihres Party-Planungs-Services"
- "Artikel über aktuelle Ereignisse von Ihrer Website"
- "Eine Beschreibung Ihres Gebrauchtwages um ihn zu verkaufen"
- "Eine Datenbank von Proteinstrukturen"
Die hochgeladenen Inhalte und Files können mit Attributen beschrieben werden und können gemäss Google je nach ihrer Relevanz auch in der normalen Google-Suche oder in Froogle, Googles Online-Shop-Vergleichssite, auftauchen.
Beschreibungen von Services und Gebrauchtwagen, das tönt stark nach einer möglichen Konkurrenz für Kleinanzeigensites oder eBay, besonders, wenn Google auch gleich noch einen Online-Bezahlservice daranhängen würde, wie auf Weblogs spekuliert wurde.
Die Erwähnung von Artikeln zeigt aber, dass Anwender auch Texte, Bilder und anderes Hochladen könnten. Google-Base könnte also auch eine Möglichkeit für wirklich jedermann sein, auch ohne Website oder eigenes Weblog im Internet zu publizieren – noch eine Internet-Konkurrenz für traditionelle Medien. (inside-it.ch hat übrigens auch bereits einen Namen dafür parat: Wie wär's mit "Global Weblog", kurz "Glog".)
Google wird zum Kraken
Und die Spekulationen auf Weblogs gehen sogar noch weiter. Wer sagt denn, dass Google Anwendern nicht auch die Möglichkeit geben kann, die hochgeladenen Files privat zu halten? Dann fehlt nur noch eine Online-Version von OpenOffice, und wir wären beim persönlichen "Google Office" auf dem Internet angelangt.
Eigentlich wird ja immer wieder Microsoft genannt, wenn es um Unternehmen geht, die in immer wieder neue Geschäftsgebiete vordringen. Aber Google stellt spätestens seit seinem Börsengang die Redmonder in dieser Beziehung weit in den Schatten. Allein in den letzten acht Wochen zum Beispiel hat Google ein neues Desktop-Tool lanciert verbündet. Ganz schön umtriebig, diese Leutchen. (Hans Jörg Maron)

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