FTTH - Swisscom beugt sich den Interessen der Hauseigentümer

29. Juni 2010, 14:13
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Nach langen Verhandlungen haben Swisscom und der HEV Schweiz sich nun doch auf einen national gültigen Mustervertrag in Sachen FTTH geeinigt.

Nach langen Verhandlungen haben Swisscom und der HEV Schweiz sich nun doch auf einen national gültigen Mustervertrag in Sachen FTTH geeinigt.
Nachdem sich bereits im letzten Jahr die Zürcher Immobilienverbände mit dem EWZ auf einen Mustervertrag geeinigt haben, der die Finanzierung des Glasfaserausbaus bis zur Steckdose in der Wohnung (FTTH) durch das EWZ garantiert, sind Swisscom und der Schweizerische Hauseigentümerverband (HEV Schweiz) nun mit einem nationalen Mustervertrag auf der Basis des EWZ-Vertrages nachgezogen. Wollte die Ex-Monopolistin früher den Glasfaserbau nur bis zum Hausanschluss finanzieren, ist in dem jetzt in der gesamten Schweiz empfohlenen Mustervertrag geregelt, dass Swisscom auch die hausinterne Verkabelung inklusive der Steckdose finanziert. Neben Swisscom verwenden heute schon das EW-Bern, EWZ, Groupe E (Freiburg), SIG (Genf) und IWB (Basel) den gemeinsamen Vertrag und weitere Investitionspartner sollen folgen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Unterschiede trotz Mustervertrag
Aber Achtung: Obwohl auch diverse EWs den neuen Mustervertrag übernehmen, bleiben den einzelnen Anbietern erhebliche Differenzierungsmerkmale. So kommt beispielsweise in der Stadt Zürich ein wichtiger Unterschied zum Tragen: Während "das EWZ für alle Bauten die mehrfaserige Infrastruktur bis zur Steckdose in den Wohnungen finanziert", wie EWZ-Sprecher Harry Graf gegenüber inside-it.ch erklärt, bezahlt Swisscom bei Neubauten ausdrücklich nichts für die Steigleitungen, die hausinterne Verkabelung und die Installation von Steckdosen in den Wohnungen. Bei Neubauten haben also die Bauherren, die nicht aufs EWZ sondern auf Swisscom setzen, die Kosten der internen Hausverkabelung selbst zu tragen.
Gemeinsam ist allen Musterverträgen, dass die finanzierenden Unternehmen das alleinige Nutzungsrecht für die Glasfaserinfrastruktur erhalten und für deren Unterhalt verantwortlich sind. Die Infrastruktur selber geht aber in den Besitz der Hauseigentümer über. Das vereinbarte Mehrfasermodell ermögliche den Wettbewerb beim schnellen Glasfasernetz und verhindere gleichzeitig eine unerwünschte parallele Steigzonenerschliessung, heisst es denn auch in einer Meldung des HEV Schweiz und der Swisscom. Der HEV Schweiz spricht von einer guten Lösung und empfiehlt seinen Mitgliedern, den Vertrag zu unterzeichnen. – Wir empfehlen insbesondere bei Neubauten - trotz Mustervertrag - Vergleichsofferten einzuholen. (Volker Richert)

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