Führt jeder dritte Outsourcing-Deal zu "Betriebsstörungen"?

31. August 2009, 11:34
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Gartner glaubts. Hauptgrund seien zu kurzsichtig und zu sehr aufs Sparen ausgerichtete Deals.

Gartner glaubts. Hauptgrund seien zu kurzsichtig und zu sehr aufs Sparen ausgerichtete Deals.
Das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Gartner sagt voraus, dass nicht weniger als 30 Prozent, also fast ein Drittel aller gegenwärtig laufenden IT-Outsourcing-Deals bis 2012 zu "Business Disruptions" beim Kunden führen werden. Gemeint sind damit sowohl Probleme im täglichen Betrieb, vor allem aber auch Auswirkungen auf das Geschäft, bis hin zur Unfähigkeit, effizient mit der Konkurrenz mithalten zu können.
Der Hauptgrund, so Gartner, sei die Vernachlässigung des strategischen Managements von Sourcing-Aktivitäten. 55 Prozent der Unternehmen managen Outsourcing-Verhältnisse gemäss Gartner nur auf einer "taktischen" operationellen Ebene. Zum mangelnden strategischen Perspektive gehört auch der exzessive Fokus auf Kosteneinsparungen. Die so verursachte IUnflexibilität vieler Outsourcing-Verhältnisse – mehr Flexibilität beim Provider kostet meist auch mehr - führt zu den erwähnten "Business Disruptions".
Die drei Fallstricke
Unternehmen haben also oft Mühe, mit der Auslagerung ihrer IT die erhofften positiven Effekte – und die gibt es gemäss Gartner durchaus – auch zu erreichen. Dies ist eine ebenso wenig neue Erkenntnis, wie die Hauptprobleme bei Outsourcing-Deals, die Gartner nennt. Aber dass seit vielem Jahren immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden, zeigt, dass es wohl auch Sinn macht, die Mahnungen immer wieder einmal zu wiederholen.
Die drei wichtigsten Problembereiche beim Outourcing gemäss Gartner:
- Kunden unterschätzen den Aufwand, um Outsourcing-Deals gut aufzugleisen und eine komplette "Sourcing-Landschaft" adäquat zu managen. Unternehmen fehlt oft die notwendige Erfahrung, Projektteams müssen sich nicht nur mit IT- und Business-Aspekten sondern auch mit "politischen" Agenden von Abteilungen und einem emotional geladenen internen Klima auseinandersetzen. Dazu kommen schnelle Veränderungen und Neuerungen bei Sourcing-Varianten und -Angeboten und die sich ebenso schnell verändernde Landschaft der Anbieter.
- Outsourcing-Verträge liefern oft nicht die erhofften Ergebnisse. Dazu gehören zum Beispiel tiefere statt bessere Enduser-Zufriedenheit, keine verbesserte Messbarkeit des Business-Nutzens der IT oder komplexere statt einfachere IT-Governance. Dies wiederum kann das Verhältnis zum Outsourcer belasten, was weitere Probleme nach sich zieht.
- Outsourcing-Verhältnisse entwickeln sich nicht weiter. Kunden sind insbesondere oft darüber enttäuscht, dass ihre ausgelagerte IT ihnen nicht das erhoffte beschleunigte Innovationstempo liefert und auch nicht schnell genug auf Veränderungen im Markt und beim Unternehmen reagiert. Dies liegt oft an den Kunden selbst: Sie versäumen es, ihre spezifischen Bedürfnisse in Bezug auf Flexibilität ausreichend zu definieren, den Anbietern gegenüber schon bei der Ausschreibung klar zu machen und zuletzt in den Verträgen fest zu schreiben. (Hans jörg Maron)

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