Fünf Leitlinien für die SAP-Zukunft

7. April 2006, 06:20
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SAPs Shai Agassi hat fünf Softwaretrends umrissen, welche SAPs Produkteentwicklung in den nächsten Jahren bestimmen sollen.

SAPs Shai Agassi hat fünf Softwaretrends umrissen, welche SAPs Produkteentwicklung in den nächsten Jahren bestimmen sollen.
In einer Rede an einem grossen Softwareevent in den USA hat SAPs Cheftechnologe Shai Agassi fünf Schlüsseltrends genannt, welche seiner Meinung nach die gegenwärtige Softwareszene in den nächsten Jahren bestimmen werden, und nach denen SAP Produktestrategie ausrichten will.
Der erste Trend, so Agassi, sei die Notwendigkeit, eine vereinheitlichte Plattform als Grundlage für darauf aufbauende kohärente Softwareservices zu schaffen, was der IT in Unternehmen in Zukunft zu einer viel grösseren Flexibilität verhelfen werde. Dieses Konzept stehe im herzen von SAPs "Enterprise Services Architecture". (Bei der Schaffung einer vereinheitlichten Softwareplattform als Voraussetzung für eine verstärkte "Modularisierung" des eigenen Angebots befindet sich SAP ja schon seit einiger Zeit in einem grossen rennen mir Oracle und Microsoft.)
Zweitens, so Agassi, bestehe ein Trend weg von horizontalen oder "Best of Breed"-Lösungen hin zu vertikalen, branchenspezifische Gesamtlösungen, da diese den Kunden einen höheren Nutzwert bringen würden.
Beim dritten von Agassi genannten Trend würde wohl auch Microsoft zustimmen: Es sei äusserst wichtig, meinte der SAP-Produktestratege, dass Anwender auf die Daten aus den Business-Anwendungen auch über ein ihnen vertrautes Interface zugreifen könnten, das sie auch für andere Zwecke gebrauchen – seit rund einem Jahr arbeitet SAP im Projekt "Mendocino mit Microsoft daran, Outlook und andere Office-produkte besser mit SAPs Software zu integrieren. Und auch Microsoft selbst will Outlook und Office in Zukunft als generelles "User-Interface" für seine eigenen Business-Software-Produkte verwenden.
Danach bekräftigte Agassi als vierten Punkt die Wichtigkeit des Partner-"Ökosystems" für SAP. Ein Ökosystem sei ein kritischer Faktor für den zukünftigen Erfolg aller Hersteller von Business-Software, da es mehr, schnellere und billigere Innovation leisten könne als ein einzelner Hersteller.
Und zuletzt wiederholte Agassi ein altes Mantra der IT-Industrie: Die IT werde für Unternehmen immer strategischer werden, parallel zur weiteren Zunahme der Innovationsgeschwindigkeit in der Wirtschaft. Unternehmen, die in eine gute IT-Infrastruktur investieren würden, seien besser darauf vorbereitet, mit Veränderungen auf dem Markt umzugehen. Und Unternehmen, die in eine "Enterprise Services Architecture" investieren würden, so Agassi spezifisch, könnten ihre Konkurrenz dadurch abhängen. (hjm)

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