Fujitsu bringt "Big Data" als Service

17. Januar 2012, 14:03
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Cloud Service statt fettes Blech.

Cloud Service statt fettes Blech.
Fujitsu hat gestern unter dem ebenso langweiligen wie nichtssagenden Namen "Data Utilization Platform Services" eine eigentlich interessante Dienstleistung lanciert, die gleich zwei trendige Hypethemen miteinander verbindet: Cloud Computing und "Big Data". Unter Big Data versteht man das Anliegen, grosse bis riesige Mengen von unstrukturierten Daten in geeigneter Form zu speichern, um sie schnell analysieren zu können und daraus Erkenntnisse für das Tagesgeschäft zu gewinnen.
Während Konkurrenten gegenwärtig hauptsächlich für diese Aufgabe geeignete Pakete aus Hardware- und Software entwickeln und auf den Markt bringen, lanciert Fujitsu "Big Data" wie erwähnt als Cloud-Service. Konsequenterweise verschweigt der japanische IT-Riese auch, welche Technologien in den Fujitsu-Rechenzentren dafür benützt werden. Für die Kunden sollte dies, wie es sich bei einem Cloud-Service gehört, keine Rolle spielen, und Fujitsu scheint gegenwärtig auch keine eigene "Big Data"-Appliance durch den Service anpreisen zu wollen. Das Pricing ist allerdings noch nicht ganz Cloud-Service gemäss standardisiert, was aufgrund des komplexen Angebots aber wohl auch verständlich ist. Interessenten müssen dafür jeweils individuelle Offerten anfordern.
Platform-as-a-Service
Fujitsu kategorisiert seine Big-Data-Cloud als "Platform-as-a-Service": Das heisst die eigentlichen Applikationen dafür, beziehungsweise welche Erkenntnisse aufgrund welcher Daten und welcher logischen Grundlagen damit gewonnen werden sollen, müssen die Kunden selbst entwickeln. Dabei helfen soll ein zusätzlich lanciertes Beratungspaket, die "Data Curation Services". Fujitsu bringt darin das aus der Analyse seiner eigenen Daten entstandene Know-how ein sowie einige spezialisierte Analysetools, beispielsweise für die mathematische und statistische Datenmodellierung.
Im Kern der eigentlichen "Datengebrauchsplattformservices" stehen die "Data Management & Integration Services", die Integration, Kategorisierung, Speicherung und das Management von Daten aus einer Vielzahl von Quellen wie Sensoren, Binärdaten, Transaktionslogs oder Textdaten beispielsweise aus Twitter oder Chats und vielem mehr.
Dazu kommen gegenwärtig drei optionale Zusatzservices. "Data Collection and Detection Services" erlauben es, einströmende Sensordaten in Echtzeit zu analysieren und auf von den Kunden erstellten Regeln basierend Enscheidungen zu treffen oder Aktionen auszulösen. Über die "Communications Control Services" soll der Big-Data-Service direkt mit Geräten, von Handys über Haushaltsgeräte bis zu industriellen Anlagen, kommunizieren und diesen bei Bedarf auch Anweisungen erteilen können. Über die "Data Analysis Services" zu guter Letzt können Kunden die gespeicherten Daten in der Cloud analysieren, um zum Beispiel Erkenntnisse über aktuelle Trends zu gewinnen oder Projektionen für die Zukunft zu erstellen.
Getrennt sammeln, gemeinsam analysieren
Fujitsu möchte seine Big-Data-Cloud-Plattform in Zukunft auch mit weiteren Services ausweiten. Zwei weitere sollen noch im zweiten Quartal dieses Jahres hinzukommen, Der "Data Exchange Service" soll es möglich machen, dass verschiedene Fujitsu-Kunden ihre Daten bei Bedarf auch zusammenlegen können, um sie gemeinsam zu analysieren, ohne dass dabei Datenzugriffs- und -Schutzregeln verletzt werden.
Der "Information Application Support Service" soll es dann auch ermöglichen, anhand der Datenanalyse gewonnenen Erkenntnisse und getroffene Entscheidungen direkt in einen oder mehrere Webservices beziehungsweise Webapplikationen zu integrieren, sowohl um Mitarbeiter oder auch direkt Kunden eines Unternehmens zu unterstützen. (Hans Jörg Maron)
(Grafik: Fujitsu)

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