Fujitsu Siemens und die "sehr, sehr harte Marktsituation"

16. Oktober 2006, 14:54
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Nachfragelücke und "wirklich heftige Preiskriege": Bernd Bischoff zur Situation von FSC allgemein, Roger Semprini zum Marktgang in der Schweiz.

Nachfragelücke und "wirklich heftige Preiskriege": Bernd Bischoff zur Situation von FSC allgemein, Roger Semprini zum Marktgang in der Schweiz.
Fujitsu Siemens Computers hat gerade die Bilanz der ersten Hälfte seines Geschäftsjahrs 2006 veröffentlicht, die am 30. September endete. Fazit: Der PC-Markt und der Kernmarkt Westeuropa verursacht FSC Bauchschmerzen – FSC hat aber das Gefühl, sich gut geschlagen zu haben und zum Glück hat man ja noch andere Produkte und Absatzregionen.
Insgesamt führten die Widrigkeiten für FSC zu einem Rückschlag bei seinem Bemühen, profitabler zu werden. Trotz einer Umsatzsteigerung verglichen mit April bis September 2005 um 7 Prozent auf 3,07 Milliarden Euro, sank der Betriebsgewinn von 31 auf 18 Millionen Euro. Rund 150 Millionen Euro Neuumsatz stammen aus der Integration des Bereichs "IT Product Services (ITPS)", des früheren Bereichs "Product Related Services" von Siemens Business Services.
Unter dem Strich blieb davon, nach Abzug von 14 Millionen Euro Restrukturierungskosten, noch ein Vorsteuergewinn von 4 Millionen Euro übrig. Zum Vergleich: In den gleichen Perioden der Jahre 2003 bis 2005 hatte sich FSC von 11 auf 20 und zuletzt 27 Millionen Euro Vorsteuergewinn hochgearbeitet.
Leichter Personalabbau
Um die Profitabilität wieder zu erhöhen, will FSC bis im nächsten März einen Sparprogramm umsetzen. Teil davon ist auch ein Personallabbau, der sich aber mit rund 300 gestrichenen Stellen (bei momentan rund 6800 Angestellten) in Grenzen halten soll. Der geplante Abbau soll möglichst ohne Entlassungen über die Bühne gebracht werden.
In Westeuropa, so führte FSC-Chef Bernd Bischoff in einem Konferenzgespräch mit Journalisten aus, zeige sich ein bisher noch nicht dagewesenes, und darum auch unvorhersehbares Phänomen: Zum ersten Mal in der Geschichte der IT-Industrie sorge ein allgemein Gutes Wirtschaftsklima nicht auch automatisch nach einer höhere Nachfrage für IT-Hardware. Besonders deutlich sei diese Diskrepanz in Deutschland zu sehen, wo im Vergleichszeitraum das Bruttosozialprodukt um rund 2,1 Prozent wuchs, aber der IT-Hardwaremarkt (Inklusive Server und Storage) nach Umsatz gemessen um rund 1,8 Prozent schrumpfte (gemäss IDC).
Der leidige PC-Markt
Vor allem im PC-Geschäft führten im Heimkonsumentenbereich auch noch überfüllte Läger im Channel durch nicht verkaufter Ware aus dem letzten Weihnachtsgeschäft sowie die Einführung einer europäischen Richtlinie (RoHS), welche den Gebrauch gefährlicher Materialien in elektronischen Geräten einschränkt, gemäss Bischoff zu einem "wirklich heftigen Preiskrieg". Der durchschnittliche Verkaufspreis für PCs (Desktops und Notebooks) sank im Raum EMEA gemäss IDC im Jahresvergleich im ersten Quartal dieses Jahres um 4,4 Prozent, im zweiten Quartal sogar um 7,4 Prozent.
Daneben betonte Bischoff aber vor allem positives für FSC. Die Integration von ITPS laufe erfolgreich. Ausserdem habe FSC in einigen "heissen" Märkten im zentralen Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika sowie bei Produktebereichen wie Business-Notebooks, PDA s oder den "Dynamic Data Center"-Produkten (Server, Storage für Datenzentren) deutlich Marktanteile gewinnen können.
Fujitsu Siemens in der Schweiz
Aus der Schweiz hat Country Manager Roger Semprini ähnliches zu berichten. Auch hierzulande sei im IT-Hardwaremarkt in einigen Bereichen eine "Nachfragelücke" aufgetreten. Trotzdem habe FSC Schweiz im ersten Geschäftshalbjahr ein Umsatzwachstum von 11,5 Prozent erzielen können, und dabei in verschiedenen Bereichen entgegen dem Markttrend floriert, darunter Business Notebooks (Umsatz plus 28 Prozent), Server (+ 26 Prozent) und auch der "Dynamic Data Center"-Bereich (+ 20,7 Prozent).

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