"Fusion von Sunrise mit Orange macht Sinn"

27. Januar 2015, 12:51
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CVC will sich nicht sofort von Sunrise verabschieden - und wärmt die Diskussionen um eine mögliche Fusion mit Orange auf.

CVC will sich nicht sofort von Sunrise verabschieden - und wärmt die Diskussionen um eine mögliche Fusion mit Orange auf.
Nach dem Börsengang von Sunrise will sich der bisherige Besitzer CVC nicht sofort vom zweitgrössten Schweizer Telekomunternehmen verabschieden. Die Aktien von CVC unterliegen einer Verkaufssperre von einem halben Jahr. "Wir haben keine Exitpläne", sagte CVC-Telekomverantwortlicher Lorne Somerville am Dienstag am Rande einer Medienkonferenz in Zürich im Gespräch mit Journalisten. Eines Tages werde Sunrise voll an der Börse kotiert sein. "Das ist aber eine Frage von Jahren, nicht von Monaten", sagte Somerville.
Als die britische Beteiligungsgesellschaft im Oktober 2010 Sunrise gekauft habe, habe man geplant, das Unternehmen in vier Jahren an die Börse zu bringen. "Glücklicherweise ist sie heute soweit", sagte Somerville. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang.
"Noch vor zwei Jahren waren wir mit der Performance von Sunrise unzufrieden, was den Service und die angebotenen Produkte angeht. Alles, was sie war, war billig", kritisierte Somerville den damaligen Sunrise-Chef Oliver Steil. Seit der Slowene Libor Voncina vor zwei Jahren das Ruder übernommen habe, gehe es wieder aufwärts. Die angebotenen Produkte und die Qualität hätten sich stark verbessert. "Die Zahlen sprechen für sich", sagte Somerville.
Fusion mit Orange sinnvoll
Auch wenn derzeit keine Gespräche geführt würden, würde eine Fusion von Sunrise mit Orange Sinn ergeben, sagte Somerville. Die Wettbewerbskommission (Weko) hatte im Frühling 2010 wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken die Hochzeit von Orange und Sunrise verboten. Die Behörde wollte ein Duopol der zusammengelegten Sunrise/Orange und Swisscom im Mobilfunkmarkt verhindern.
Die Logik für eine Fusion sei immer noch dieselbe wie damals, sagte Somerville. Voncina fügte hinzu, dass mittlerweile der Grund für das damalige Verbot durch die Weko entfallen sei. Die Weko habe sich damals Sorgen um zu wenig Wettbewerb auf dem Markt für virtuelle Mobilfunkbetreiber (MVNO) gemacht.
Dieser Markt funktioniere heute, was das Beispiel des Kabelnetzbetreibers UPC Cablecom zeige, der ein eigenes Mobilfunkangebot auf dem Orange-Netz habe, sagte Voncina der Nachrichtenagentur 'sda': "Wir glauben, dass wir heute grünes Licht von der Weko erhalten würden."
Somerville machte allerdings deutlich, dass eine Fusion derzeit nicht geplant sei. Sunrise halte an ihrem eigenen Kurs fest. So wie jetzt alles aufgegleist sei mit dem Börsengang, sei Sunrise eine Firma, die für sich alleine auf eigenen Beinen stehe. (sda/mim)

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