Fust: Umsatzsteigerung trotz "Preiserosion"

11. April 2006, 12:50
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    24 neue Computerabteilungen eingerichtet. Und Fust singt schon fast wie ein VAR das hohe Lied der Services.

    24 neue Computerabteilungen eingerichtet. Und Fust singt schon fast wie ein VAR das hohe Lied der Services.
    Erich Böhli (Bild), Chef der Jelmoli-Tochter Dipl. Ing. Fust AG, dürfte mit dem Geschäftsgang des letzten Jahres einigermassen zufrieden sein. Die Elektronik-Retailkette konnte in einem insgesamt eher rückläufigen Markt ihren Umsatz 2005 leicht steigern, um 2 Prozent auf 777 Millionen Franken. Damit dürfte sie, wie auch die Migros-Tochter M-electronics, ihren Marktanteil etwas gesteigert haben. Über den Ertrag von Fust äussert sich Jelmoli im aktuellen Geschäftsbericht nicht direkt. Der Cashflow bei Fust sei aber gestiegen, so Jelmoli, und der ganze Detailhandelsbereich, für dessen Umsatz Fust zu etwa drei Vierteln beiträgt, konnte das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern um 29 Prozent auf 74,5 Millionen Franken steigern.
    Portable Shop-Integration
    Der Bereich "Weisswaren" (Elektrogeräte von der Wasch- bis zu Kaffemaschine) macht immer noch rund 60 Prozent des Fust-Umsatzes aus, der Bereich "Multimedia" (Unterhaltungselektronik und IT) rund 40 Prozent. Die seit August 2003 laufende Integration der früher getrennt geführten und damals hohe Verluste einfahrenden Computer-Shop-Kette "Portable Shop" habe auch das Jahr 2005 noch "stark beeinflusst". Man habe die Kostensenkungsprogramme weitergeführt, die Servicequalität erhöht und durch die Konzentration auf "weniger, dafür umso zuverlässigere" Lieferanten die Margensituation verbessert.
    Ein Ziel der Portable Shop-Integration war es, auch, die unrentablen "Standalone"-Computershops aufzugeben und zu ersetzen, um so den Umsatz halten zu können und doch die Kosten zu senken. Dieses Ziel habe man nun, so Jelmoli, durch den Aufbau von 24 neuen Computerabteilungen in bestehenden Fust-Filialen "vollumfänglich" erreicht. Insgesamt haben nun 65 Filialen auch eine Computerabteilung.
    Über den Gesamtmarkt hat Fust ähnliches zu berichten wie m-electronics. Das vorherrschende Thema in der Branche sind die Preiskriege. Wo bei m-electronics vom "enormen Margendruck" die Rede war, berichtet Jelmoli von der "Preiserosion", die in allen Bereichen weiterhin stattfinde. Besonders dramatisch sei die Entwicklung bei Plasma- und Flachbildschirmen verlaufen, wo sich das Preisniveau mehr als halbiert habe. Die Umsatzsteigerung um 2 Prozent werde denn auch der "tatsächlichen mengenmässigen Leistung in Verkauf und Logistik" nicht gerecht.
    Leise Herstellerkritik
    Für das nächste Jahr liege die erste Priorität im Multimediabereich auch weiterhin bei der Margenverbesserung. Dabei dürften auch die Eigenmarken eine Rolle spielen. Die 2003 eingeführte Marke "Fust Fairtec" habe man als attraktive Alternative im Mittelpreissegment inzwischen weiter etablieren können.
    Fust will sich als "Fachdiscounter" mit einem besseren Service von der Retail-Konkurrenz abheben und rühmt sich zum Beispiel auch "den ruinösen Wettbewerb nicht mit unseriös kalkulierten Lockvogelangeboten anzuheizen".
    Bei den Eigenmarken kann Fust auch den Service nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Während man bei "Fust Primotecq" und "Fust-Fairtec" vorangehe und im Garantiefall die meisten Produkte austausche und auf das Nachbesserungsrecht verzichte würden dies "leider noch nicht alle Lieferanten" gleich sehen.
    Das haben wir doch schon mal gehört
    Beim Thema Dienstleistungen tönt Fust dabei schon fast wie ein VAR – viele Value Added Reseller im Unternehmensgeschäft sind ja schon seit Jahren daran, durch eine Steigerung ihres Dienstleistungsanteils der Margenfalle im reinen Produktehandel zu entrinnen. Bei Fust tönt das so: "Wir erwarten vor allem im PC-Geschäft, dass unser Dienstleistungsanteil und unser Anteil im Zubehörverkauf weiter zunehmen werden und damit die ungenügenden Margen auf reinem Hard- und Softwareverkauf sukzessive kompensiert werden." (Hans Jörg Maron)

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