Galaxy-Verkaufsverbot: Gericht entlastet Samsung

25. August 2011, 10:26
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Gericht kritisiert Android-Fotogalerie. Wie reagiert Google?

Gericht kritisiert Android-Fotogalerie. Wie reagiert Google?
Obwohl ein Bezirksgericht in Den Haag ein EU-weites Verkaufsverbot für Samsungs Galaxy-Geräte ausgeprochen hat, fühlt sich nicht nur Apple, sondern auch der unterlegene koreanische Konzern als Sieger. Der Grund für die Glücksgefühle der Koreaner findet sich in der Urteilsbegründung des Gerichts.
Die Richter verhängten das Verkaufsverbot nämlich offenbar nur deshalb, weil eine auf dem Galaxy-Smartphone installierte App für Android ein Patent von Widersacher Apple verletzt. Dabei handelt es sich offenbar um die Fotogalerie. Die Hauptargumentation von Apple war stets, dass Samsung das Design von iPhone und iPad abkupfere und damit Urheberrechte verletze. Diesen Vorwurf schmetterten die Richter in Den Haag aber vollständig ab.
Betroffen von einem möglichen Verkaufsverbot wären die Galaxy-Smartphones Galaxy S, Galaxy S II und Ace mit den Betriebssystemversionen Android 2.2 und 2.3. Galaxy-Tablets, auf denen bisher lediglich Android 3.1 installiert ist, werden vom Verbot nicht erfasst. Samsung nun bis zum 13. Oktober Zeit, um den beanstandeten Code zu entfernen. Ein Verkaufsverbot würde zum 13. Oktober in Kraft treten.
Wie genau der koreanische Riese nun die Fotogalerie anpassen will, ist nicht bekannt. Samsung könnte die Galerie etwa durch eine eigene App ersetzen. Allerdings dürfte auch Google als Hersteller von Android gefordert sein, denn mit dem niederländischen Urteilsspruch wird Apple auch gegen andere Handyhersteller vorgehen können, die Android 2.2 oder 2.3 auf ihren Smartphones verbauen. Möglich wäre, dass Google den beanstandeten Android-Code durch ein kleines Betriebssystemupdate entfernt oder ersetzt oder allenfalls sogar noch rechtzeitig Android 2.4, das in den Startlöchern steht, ausliefert. (bt)

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