Game-Figuren mit Gedanken steuern

7. März 2007, 11:35
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    Eine kalifornische Firma hat ein Headset entwickelt, mit dem man per Gedanken ein Videogame spielen kann. Es soll aber auch ernsteren Zwecken dienen.

    Eine kalifornische Firma hat ein Headset entwickelt, mit dem man per Gedanken ein Videogame spielen kann. Es soll aber auch ernsteren Zwecken dienen.
    Wer hat nicht schon mal davon geträumt, mit blossen Gedanken Dinge zu steuern. Das Lichtsignal auf grün schalten, Gegenstände durch die Luft fliegen oder Menschen in eine bestimmte Richtung gehen zu lassen. Zumindest in Videospielen soll nun ein "Gedankensteuerungs-Headset" dies ermöglichen. Es gab zwar schon vor zehn Jahren Ansätze in diese Richtung, doch der kalifornische Start-up Emotiv Systems verspricht, dass dessen Produkte vielfältige Möglichkeiten bieten.
    Emotiv wird diese Woche an der in San Francisco stattfindenden "Game Developers Conference" das Headset "Project Epoc" (Bild) vorstellen. Der kabellos funktionierende Apparat soll natürliche elektrische Signale des Gehirns interpretieren und Gedanken, Gefühle und Ausdrücke auf ein Videospiel bzw. auf eine Videospiel-Figur übertragen können. Laut Emotiv funktioniert das Headset für alle gängigen Game-Plattformen, von Konsolen zu PCs.
    Die Macher verwenden die Elektroenzephalografie (EEG), eine medizinische Methode zur Messung der elektrischen Aktivitäten im Gehirn. "Unsere Vision ist es, dass die nächste Generation von Mensch-Maschine-Kommunikation auch auf unbewusster Basis funktionieren wird", sagte Emotiv-CEO Nam Do gegenüber dem 'Wall Street Journal'. Vorerst lassen sich mit dem "Project Epoc" Figuren in alle Richtungen bewegen und Gegenstände verschieben, auch der Gesichtsausdruck kann auf den Bildschirm übertragen werden, doch hier fehlt wohl das unterhaltsame Element für ein Videospiel. Gemäss einem Test des 'WSJ' gibt es zum Teil noch erhebliche Zeitverzögerungen, bevor ein Gedanke übertragen wird.
    Das Headset ist allerdings nicht gemacht, um die herkömmlichen Joysticks und Controller abzuschaffen. Laut Do dient es vor allem dazu, einem Spiel spezielle Extras hinzuzufügen. Zudem soll die Technologie auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel für gelähmte Menschen oder etwa für interaktives Fernsehen.
    Heute soll ein Softwareentwicklungs-Kit vorgestellt werden, mit dem Programmierer ihre Spiele Epoc-kompatibel machen können. Noch ist nicht bekannt, wie teuer das Headset sein wird. Auf Anfrage sagte das Unternehmen, es werde ein "angemessener" Endverbraucherpreis sein. Erhältlich ist "Epoc" ab 2008. (Maurizio Minetti)
    (Bild: Emotiv Systems)

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