Gartner: Gmail nun "reif" für Unternehmen

19. September 2011, 14:43
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Gmail hat laut Gartner bereits 50 Prozent Marktanteil bei "Cloud"-Email für Unternehmen. Das ist ein grosses Stück eines jedoch (noch) sehr kleinen Kuchens.

Gmail hat laut Gartner bereits 50 Prozent Marktanteil bei "Cloud"-Email für Unternehmen. Das ist ein grosses Stück eines jedoch (noch) sehr kleinen Kuchens.
Bis Gmail in der Unternehmenswelt ankam, so sagt der Gartner-Experte Mathew Cain, musste Google einen "langen und holprigen" Weg hinter sich bringen. Mittlerweile aber, so Cain in einer aktuellen Marktanalyse, sei Google für Unternehmen eine "brauchbare Alternative" zu Microsoft Exchange Online und anderen Email-Services aus der "Cloud". Das scheinen auch die angesprochenen Unternehmen so zu empfinden: Gmail hat laut Gartner gegen 50 Prozent Marktanteil bei Cloud-E-Mail für Unternehmen. Besonders bei Kunden mit mehr als 5000 Arbeitsplätzen habe Gmail an Anziehungskraft gewonnen.
Noch überwiegt aber der Einsatz von klassischen Mailservern bei weitem. Der Marktanteil von Cloud-E-Mail bewegt sich laut Gartner gegenwärtig erst bei drei bis vier Prozent. Der Anteil von Gmail am gesamten Mail-Markt für Unternehmen liege daher auch bei nur rund einem Prozent.
Nichtsdestotrotz ist Gmail laut Gartner neben Microsoft Exchange das einzige E-Mail-System, dass in den letzten Jahren im Unternehmensbereich zulegen konnte. Andere Lösungen wie die einst vorherrschenden Systeme Lotus Notes/Domino (IBM) oder GroupWise (Novell) hätten dagegen durchgehend Marktanteile eingebüsst.
In der Cloud nur Google und Microsoft
Microsoft ist laut Cain auch der gegenwärtig einzig ernstzunehmende Gegenspieler von Google im Cloud-Mailbereich: "Die intensive Konkurrenz zwischen Google und Microsoft wird beide Anbieter noch stärker machen und sie dazu befähigen, diese Expertise auf andere Cloud-Angebote für Unternehmen auszuweiten."
E-Mail ist für die meisten Unternehmen ein stark an die eigenen Bedürfnisse angepasstes Instrument und keine Commodity. Mail ist daher laut Cain auch keineswegs die ideale Cloud-Anwendung, wie man das vor einigen Jahren noch propagierte. Dies erklärt auch den gegenwärtig noch sehr tiefen Marktanteil.
In Sachen Anpassbarkeit lernen die Cloud-Anbieter aber stetig hinzu, und das Zeitfenster für weitere Kontrahenten, um sich im Cloud-Mail-Geschäft doch noch zu etablieren, könnte damit langsam eng werden. Gartner prognostiziert, dass der Anteil von Cloud-Mail bei Grossunternehmen bis 2016 auf 20 Prozent und bis 2020 auf 55 Prozent steigen wird.
Für die meisten Unternehmen, so Gartner, sei es wohl das klügste, noch einmal einen Upgrade ihrer On-Premise-Systeme vorzunehmen um bis etwa 2014 dabei bleiben zu können. Ein risikoarmer Zwischenweg in die Cloud wäre als Alternative eine "hybride" Zwischenlösung mit einigen Mailboxen, die in die Cloud wandern, während andere vor Ort bleiben. (Hans Jörg Maron)

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