Gartner: Moderne RZs brauchen "High-Density"-Zonen

2. März 2011, 14:40
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Einheitliche Stromversorgung genügt nicht mehr.

Einheitliche Stromversorgung genügt nicht mehr.
Mit immer mehr Servern bestückte Blade-Systeme und andere Server-Technologien, mit denen die IT-Hardware in Rechenzentren "verdichtet" wird, sind gegenwärtig der grosse Renner im Serverbereich. Diese hochdichte Hardware sprengt aber die Leistung traditioneller Stromversorgungen in Rechenzentren, wenn man den vorhandenen Rackplatz auch nur einigermassen füllen will. Entsprechend, so glaubt der Marktforscher Gartner, werden auch immer mehr Rechenzentren "High-Density"-Zonen einrichten müssen, um diese Systeme unterzubringen. 2010 hatten weltweit laut Gartner noch weniger als 10 Prozent aller Rechenzentren solche Spezialzonen. Bis 2015 wird der Anteil auf über 50 Prozent steigen, schätzt Gartner.
Noch bis vor fünf Jahren wurden Rechenzentren, so Gartner, fast ausschliesslich mit einer uniformen Stromversorgung von rund zwei bis vier Kilowatt pro Rack konzipiert. Schon ein knapp mehr als zur Hälfte mit Blade-Servern bestücktes Rack könne aber heutzutage bis zu 12 kW benötigen. Gartner definiert "High-Density"-Zonen als Bereiche im Rechenzentrum, in denen 10 kW oder mehr pro Rack zur Verfügung gestellt werden kann.
Solche Zonen einzuplanen sei heuzutage eigentlich unabdingbar, erklärt Gartner Analyst Rakesh Kumar, und sie seien gleichzeitig ideal, um Flexibilität für Wachstum während der Lebenszeit eines RZs zu schaffen. "High-Density-Zonen sind das bei weitem beste Mittel, um mit den unterschiedlichen Lebenszyklen von Gebäuden, elektromechanischer Ausrüstung und IT-Ausrüstung umzugehen", erklärt Kumar. Auch die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Hardware – Server, Storage, Netzwerkkomponenten – könnten damit berücksichtigt werden, was die Energiekosten mindere. Trotzdem seien viele Verantwortliche noch unsicher darüber, wie man die Vorteile am besten ausnützt und wo potentielle Designfehler lauern.
Hardware-Lifestyle
Laut Kumar liegen die grössten Herausforderungen beim Design von High-Density-Zonen darin, zukünftige Änderungen im Hardware-"Lifestyle" zu ermöglichen und den vorhandenen Platz- und die Kühlung zu managen. Traditionelle Luftkühlung wird bei Energiedichten über 15 kW pro Rack immer ineffizienter. Solche Zonen brauchen daher andere Kühlungsmethoden und -Designs wie Wasserkühlung, "kalte" und "heisse" Gänge oder Kühlung im Rack selbst.
Eine der grössten strategischen Herausforderungen ist laut Kumar der Umgang mit verschiedenen Lebenszyklen. Über 15 Jahre gesehen wird sich wahrscheinlich das Rechenzentrumsgebäude nicht ändern. Die elektromechanioschen Systeme dürften aber mindestens einmal erneuert werden, und die IT-Hardware mindestens zwei- bis dreimal.
"Die High-Density-Zonen sollten gross genug sein, um auch zukünftige Kapazitätserhöhungen zu ermöglichen", so Kumar. Die Zonen sollten ausreichen, um fünf bis zehn Jahre Wachsatum verkraften zu können. Als groben Anhaltspunkt nennt Kumar einen Anteil von 20 bis 25 Prozent der RZ-Fläche, die für High-Density-Zonen vorgesehen werden sollte. Der Einsatz von skalierbaren Energieverteilern (power distribution units, PDUs) und verschiebbaren Wänden kann dabei Flexibilität geben, ohne dass man die Zonen schon Anfangs zu gross gestalten muss. (Hans Jörg Maron)

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