Gartner: Outsourcing-Preise im freien Fall

25. März 2009, 11:24
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Die Preise für IT-Dienstleistungen, insbesondere für das Auslagern von Informatik-Infrastrukturen und Software-Entwicklung werden dieses und nächstes Jahr um fünf bis 20 Prozent fallen.

Die Preise für IT-Dienstleistungen, insbesondere für das Auslagern von Informatik-Infrastrukturen und Software-Entwicklung werden dieses und nächstes Jahr um fünf bis 20 Prozent fallen.
Die Konkurrenz zwischen Outsourcern wird sich im laufenden und nächsten Jahr massiv verschärfen. Dies sagt der grosse US-Marktforscher Gartner in einer Studie, die im Vorfeld einer Gartner-Veranstaltung veröffentlicht wurde. "Ungeachtet des Umstands, dass das Outsourcing-Geschäft während einer Rezession relativ gut läuft, berichten viele (Gartner-)Kunden von intensiven Diskussionen mit ihren IT-Dienstleistern. In Neuverhandlungen sind Konditionen, Service Level Agreements, Gebühren, Volumen und die Verschiebung der Leistungserbringung in Tieflohnländer die Themen," so Claudio Da Rold von Gartner.
Selbst die indischen IT-Dienstleistungsriesen wie Tata, Infosys oder Wipro sehen sich gemäss Gartner wegen politischen Unsicherheiten (Mumbai-Anschlag), dem Satyam-Skandal und dem fallenden Kurs der Rupie unter grossem Preisdruck.
Gartner versuchte, die Preisentwicklung im Outsourcing-Geschäft zu quantifizieren, in dem man die Entwicklung in der letzten Rezession mit aktuellen Wirtschaftsdaten und Sparanstrengungen der Unternehmen verglich. Gemäss den US-Marktforschern werden sich die Durchschnittspreise in verschiedenen Dienstleistungssegmenten wie folgt entwickeln:
__Rechenzentren_: – 5 bis – 15 %
Desktop / Helpdesk: – 5 bis – 10 %
Netzwerk-Services: – 10 bis – 15 %
Betrieb von Applikationen: – 10 bis – 20 %
Markt nicht bis zum äussersten ausreizen
Die oben genannten Preisreduktionen werden sich gemäss Gartner nicht nur bei Neuabschlüssen manifestieren, sondern auch bei bestehenden Verträgen, wo die Kunden Neuverhandlungen verlangen, eintreten. Sie können aber je nach Region und Art der Dienstleistungen stark variieren.
Gartner empfiehlt sowohl Kunden wie auch Anbietern, nicht bis zum Äussersten zu gehen. Extrem tiefe Preise würden weder die Verlässlichkeit des Outsourcers erhöhen noch die Qualität der Beziehung und des Services verbessern, schreibt Gartner. Andererseits sei eine sture Verweigerung von Neuverhandlungen seitens des Dienstleisters angesichts der Krise auch nicht angesagt. Denn wenn der Kunde nicht überlebt, verliert der Outsourcer ebenfalls. (Christoph Hugenschmidt)

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