"Gebrauchte" Domains auf der schiefen Ebene

30. Januar 2008, 15:43
  • kolumne
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BloggingToms Woche im Cyberspace XI.

BloggingToms Woche im Cyberspace XI.
Kennen Sie Horst Schlämmer? Der hat letztes Jahr nämlich im 'Schlämmer-Blog' das Internet unsicher gemacht und über seine Schwierigkeiten bei der Autoprüfung gebloggt. Hinter Schlämmer steckte der Comedian Hape Kerkeling und der machte mit der Aktion bezahlte Werbung für Volkswagen, wie sich später herausstellen sollte. Ein Jahr später ist das Blog von Schlämmer wieder in aller Munde. Allerdings nicht so, wie sich das die Verantwortlichen bei VW und der zuständigen Werbeagentur Tribal DDB wohl wünschen würden. Dort hat man letzten September die für die Kampagne genutzten Internetdomains gekündigt.
Findige Geschäftemacher haben die Domain aber neu registriert und präsentieren auf der Seite nun auch wieder Videos. Allerdings sind die Schlämmer-Filme erst weiter unten sichtbar, ganz prominent hingegen machen nun andere Werbung: "Sexy Patty" oder "Heisse Jenifer" werben dort unverholen für ihre kostenpflichtigen Videocams. Tribal DDB gefällt die Sache naturgemäss nicht, und man erwägt rechtliche Schritte.
Dass Trittbrettfahrer dieser Art Hochkonjunktur haben, zeigt auch eine aktuelle Studie [PDF] der Coalition Against Domain Name Abuse (CADNA). Danach wurden alle (!) am 18. September 2007 ausgelaufenen .com/.net/.org-Domains sofort nach Freigabe wieder registriert und fast 36 Prozent davon innerhalb weniger Tage als reine Werbeplattformen missbraucht. Interessant und bedenklich zugleich...
Die SBB haben die Pünktlichkeit im letzten Jahr verbessern können, wie derzeit überall zu lesen ist. Das ist löblich und entspricht auch dem Image der perfekt funktionierenden Schweiz. Ganz soo perfekt ist Zugfahren für meine Begriffe nun aber doch wieder nicht. Während der letzten zwei Wochen, in denen ich ausnahmsweise mit dem Zug pendelte, habe ich es nur selten geschafft, mir einen Sitzplatz zu ergattern.
Ja klar, wer erst nach dem Zürcher Hauptbahnhof zusteigt, hat grundsätzlich schlechte Karten. Am Bahnhof Stadelhofen, nur eine Station weiter, liegt die Chance auf einen Sitzplatz nämlich nahe bei Null. Nach einem langen Arbeitstag ziemlich unschön, sich die Beine in den Bauch stehen zu müssen. Und man kommt unweigerlich ins sinnieren: Wieso gibt es keine 3. Klasse- bzw. Stehplatz-Billete? Oder was passiert, wenn Autopendler, wie von einigen Seiten gefordert, tatsächlich in hohem Masse auf den öffentlichen Verkehr umsteigen? Müssen wir dann mit Zuständen wie in Indien oder Bangladesh rechnen? Wie schön ist es da, ab nächster Woche endlich wieder zuhause am eigenen Schreibtisch arbeiten zu können...
Und zum Schluss noch diese Fragen: Ist Frankreich ein Land? War nicht Europa sogar ein Land? Und was hat es mit Budapest und Hunger auf sich? Oder wie heisst die Hauptstadt von Ungarn? Fragen über Fragen, die offenbar nicht ganz einfach zu beantworten sind. Zumindest wenn man sich diesen Ausschnitt)

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