"Gebrauchte" Microsoft-Lizenzen verkaufen?

3. März 2008, 17:02
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Wer Übertragung, Wiederverkauf oder Erwerb von gebrauchten Microsoft-Lizenzen plant, sollte die Voraussetzungen und die bestehenden Regelungen genau prüfen.

Wer Übertragung, Wiederverkauf oder Erwerb von gebrauchten Microsoft-Lizenzen plant, sollte die Voraussetzungen und die bestehenden Regelungen genau prüfen.
In britischen Medien ist in den vergangenen Tagen erneut die Diskussion geführt worden, ob und in welchem Rahmen "gebrauchte" Lizenzen von Microsoft wiederverkauft werden dürfen. Dabei geht es um den Wiederverkäufer Discount-Licensing.com, der seit 2005 vor allem von liquidierten Unternehmen gebrauchte Microsoft-Lizenzen bezieht und dann weiter verkauft. Weil Microsoft im September in Grossbritannien die Lizenzbestimmungen geändert hat, ist nun unklar, ob das weiterhin erlaubt ist oder nicht.
Ieva Simmen, Licensing Marketing Managerin bei Microsoft Schweiz, erklärt gegenüber inside-channels.ch, wie die Situation in der Schweiz ist. Geändert habe sich grundsätzlich nichts. "Man muss jeden einzelnen Vertrag konkret anschauen", so Simmen. Eine Übertragung des Nutzungsrechts ist meistens nur mit dem vorgängigen Einverständnis des Vertragspartners zulässig und wenn die entsprechende Lizenzbestimmungen eingehalten werden. Der Lizenzinhaber muss sich also immer zuerst an Microsoft wenden, wenn er Volumenlizenzen zum Verkauf anbieten will.
Vertragliche Regelungen einhalten
Bei Select-, Enterprise- und bestimmten Open-Verträgen muss Microsoft einer Übertragung vorgängig zustimmen. Zudem gilt bei Open-License-Verträgen, dass sämtliche Lizenzen und auch die "Software Assurance" einheitlich übertragen werden müssen, d.h. die Lizenzen dürfen nicht aufgesplittet werden. Bei allen Volumenlizenzverträgen dürfen Desktop-Betriebssysteme nur zusammen mit der zugrunde liegenden Betriebssystemlizenz und dem Computersystem übertragen werden, auf dem sie zuerst installiert waren. Darüber hinaus gibt es noch weitere vertragliche Beschränkungen.
Händler, die gebrauchte Microsoft-Lizenzen wiederverkaufen möchten, sollten also die gesetzlichen und vertraglichen Regelungen genau studieren. Wenn die erforderliche Zustimmung von Microsoft nicht eingeholt wird, ist die Übertragung gemäss Microsoft rechtswidrig und unwirksam. Allein der Urheber (Microsoft) darf eine Lizenzurkunde zum Nutzungsnachweis der Software herstellen. Der Kunde selbst oder ein Dritter wurde hierzu von Microsoft nicht autorisiert. Der bisherige Nutzer kann für eine unwirksame Übertragung sowohl vom Rechtsinhaber wie auch vom neuen Nutzer haftbar gemacht werden. "Haftbar ist auch der neue Nutzer, selbst wenn er nicht von der Unwirksamkeit der Übertragung wusste", sagt Simmen. Darüber hinaus hat er bei einer unwirksamen Übertragung für Lizenzen bezahlt, die er nicht nutzen darf, so der Standpunkt von Microsoft Schweiz. (Maurizio Minetti)

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