Gebremste Explosion bei Heimnetzwerken

30. Mai 2005, 15:30
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    Schon seit einigen Jahren wurde prophezeit, dass Netzwerke, wie in Unternehmen, bald auch in jedem Haushalt zu finden sein würden.

    Schon seit einigen Jahren wurde prophezeit, dass Netzwerke, wie in Unternehmen, bald auch in jedem Haushalt zu finden sein würden. Die technologischen Grundlagen der Unterhaltungselektronik nähern sich immer mehr der IT an, und eine Vernetzung, sei es nun über LAN, WLAN oder sogar Stromkabel (Powerline) drängt sich daher auf – würde man denken.
    Bei den Konsumenten scheint diese Theorie allerdings bis heute noch nicht viel Anklang gefunden zu haben. Gemäss einer aktuellen Studie des Marktforschers The Diffusion Group wiesen Ende 2004 in Ländern mit hoher Heimnetzwerkverbreitung wie den USA und Japan 17 respektive 16 Prozent der Haushalte ein Netzwerk auf. In vielen anderen Industrieländern ist die Verbreitung aber noch wesentlich geringer, in Deutschland und Südkorea sind es zum Beispiel lediglich je zwei Prozent.
    Obwohl die Zahl der Breitband-Internetanschlüsse weltweit rasant wachse, werde die Verbreitung von Heimnetzwerken durch verschiedene Faktoren gebremst, so die Marktforscher. Ein Hauptgrund sei der Mangel an netzwerkfähigen Geräten, die überhaupt auf dem, Markt angeboten werden.
    Der wohl noch wichtigere Grund ist aber das immer noch vorherrschende Desinteresse der Konsumenten. In einer Umfrage in den USA meinten zum Beispiel 88 Prozent der Befragten, dass sie zu Hause ein Netzwerk schlicht und einfach nicht brauchen. Zusätzlich erklärten neun Prozent, dass ihnen die Hard- und Software zu teuer sei und acht Prozent befürchteten Probleme bei der Installation.
    Trotzdem glaubt die Diffusion Group in marktforschertypischem Optimismus, dass der Markt in den nächsten Jahren rasant wachsen werde. 2004 gab es gemäss dieser Schätzung weltweit 34,7 Millionen "vernetzte" Haushalte. Ende 2005 sollen es schon 57,6 Millionen werden und im Jahr 2010 rund 162 Millionen. (hjm)

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