Gegen den ICT-Fachkräftemangel

26. August 2010, 07:07
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Ein Gastbeitrag: Andreas Kälin, Präsident des Verbands ICT-Berufsbildung Schweiz, hat für inside-it.ch die Situation im derzeitigen ICT-Bildungsumfeld kurz zusammengefasst und erklärt, was der Verband dagegen unternehmen will.

Ein Gastbeitrag: Andreas Kälin, Präsident des Verbands ICT-Berufsbildung Schweiz, hat für inside-it.ch die Situation im derzeitigen ICT-Bildungsumfeld kurz zusammengefasst und erklärt, was der Verband dagegen unternehmen will.
"Mangel an ICT-Fachkräften", "dramatischer Rückgang der Absolventenzahlen", "zu wenig Lehrstellen" – die Forderungen nach einem Ausbau der ICT-Berufsbildung und nach mehr ICT-Absolventen sind unüberhörbar. In der Schweiz sind im internationalen Vergleich prozentual am meisten ICT-Fachkräfte beschäftigt. Sie leisten mit 5 Prozent an der Gesamtwertschöpfung einen erheblichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Nur gibt es zu wenig ICT-Nachwuchskräfte. Auch mit ausländischen Fachkräften kann die Lücke nicht nachhaltig geschlossen werden.
Der Dachverband ICTswitzerland ortet die Ursachen neben einem unzureichend ausgebauten ICT-Bildungssystem auch im schlechten Image des ICT-Berufsfeldes. Dies ist unter anderem dadurch enstanden, dass viele Branchen den Wert der ICT für ihre Wettbewerbsfähigkeit erst spät erkannt haben. Um dem Missstand zu begegnen wurde im Frühjahr 2010 unter dem Dach von ICTswitzerland der Verein ICT-Berufsbildung Schweiz gegründet, in dessen Gremien Manager von Unternehmungen, Verwaltungen und ICT-Verbänden mitwirken. Zeitgleich erfolgte die Gründung der Stiftung IT-Berufsbildung Schweiz, die Mittel zur Förderung von ICT-Berufsbildungsprojekten zur Verfügung stellt. Hauptziel ist das Schaffen von Voraussetzungen für die Sicherstellung eines zahlenmässig ausreichenden und genügend qualifizierten ICT-Nachwuchses.
Mittels breit angelegter Studien wird zurzeit der Bedarf an ICT-Berufsleuten qualitativ und quantitativ ermittelt. Die Ergebnisse werden Mitte November der Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem wird der neue Berufsverband ICT-Berufsbildung Schweiz ab 2011 die Aktivitäten auf kantonaler und nationaler Ebene bündeln und die Verankerung der ICT-Berufsbildung in den Unternehmen und Verwaltungen sicherstellen. Dieser Berufsverband wird bis 2014 verschiedene Berufsbildungsprojekte wie "Lehrstellenförderung", "Bildung für Quereinsteiger", "virtuelle Lernplattformen", "Positionierung der ICT als attraktives Berufsfeld für beide Geschlechter" und so weiter in Angriff nehmen. (Andreas Kälin)

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