Geht Widmer-Schlumpf härter gegen Internetkriminalität vor als Blocher?

10. Januar 2008, 10:14
  • security
  • cyberangriff
image

Die Revision des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II), das als Grundlage für das "präventive Hacken" dienen soll, wird dieses Jahr die neue Justizministerin beschäftigen.

Die Revision des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II), das als Grundlage für das "präventive Hacken" dienen soll, wird dieses Jahr die neue Justizministerin beschäftigen.
Die Gratiszeitung '.ch' berichtet heute von Hackerangriffen, die in den vergangenen Tagen die Websites noser-group.com und bluewin.ch betrafen, sowie den Server der Parlamentsdienste (kurz vor Weihnachten). Diese Angriffe nimmt die Zeitung zum Anlass, um auf die Internetkriminalität in der Schweiz hinzuweisen. Dabei wird eine ältere Aussage von CVP-Ständerat Bruno Frick zitiert, wonach sich die Schweiz bei der Bekämpfung der Internetkriminalität auf dem Niveau eines Entwicklungslandes bewegt.
Frick (der übrigens gemäss Medienberichten bei der Bundesratswahl für Christoph Blocher stimmte) fordert nun von der neuen Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf: "Eine der wichtigsten Aufgaben von Widmer-Schlumpf muss die Bekämpfung der Hacker sein." Blocher habe kaum gewusst, wie man PCs bedient und deshalb das Thema vernachlässigt. Gemäss Frick braucht es "eine Bundesstelle mit Spezialisten, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen."
BWIS II auf Eis
Was die "Bundesstelle mit Spezialisten" angeht, gibt es bereits seit fünf Jahren die nationale Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität KOBIK sowie seit drei Jahren die Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI. Ob zudem Justizministerin Widmer-Schlumpf härter als Blocher gegen Internetkriminalität vorgehen wird, ist abzuwarten. Es stimmt, dass Blocher nicht gerade als Bekämpfer der Internetkriminalität in die Geschichte eingehen wird. Die Revision des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II) im Namen der Terrorismusbekämpfung dienen soll, liegt auf Eis. Das Gesetz dürfte (je nachdem, ob das Referendum ergriffen wird) wohl frühestens in einem Jahr in Kraft treten.
Blocher wollte zudem offenbar klare Regeln in Sachen Internetkriminalität verhindern. Im vergangenen August wurde bekannt, dass der ehemalige Justizminister "seit Jahren" eine Vorlage verschleppe, die beispielsweise Hoster eindeutig in die Verantwortung nähme. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

SBB bestätigen Cyberangriff

Zugverkehr und Kundendaten seien nicht betroffen. Aber Mitarbeitende müssen ihre Passwörter ändern.

publiziert am 9.2.2023
image

"Grosses Interesse an internationaler Zusammenarbeit bei Cybercrime"

Florian Schütz vom NCSC hat an einer internationalen Cyberkonferenz in Israel gesprochen und sich mit der Regierung des Landes zu Cybervorfällen ausgetauscht.

publiziert am 9.2.2023
image

Nach Angriffswelle: Skript der CISA soll ESXi-Opfern helfen

Die US-Security-Behörde hat ein Skript veröffentlicht, um ESXi-Server wiederherzustellen.

publiziert am 8.2.2023
image

Alphv hackt Schweizer Finanzdienstleister Finaport

Die Cyberkriminellen konnten nach eigenen Angaben eine grössere Menge an Daten des Vermögensverwalters erbeuten. Die gestohlenen Informationen sind im Darkweb einsehbar.

publiziert am 8.2.2023