Geklaut, verloren, vergessen: Notebookfalle Flughafen

10. Mai 2006, 12:13
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Bitte schnallen Sie sich an und kontrollieren Sie, ob sie Ihr Notebook noch bei sich haben.

Bitte schnallen Sie sich an und kontrollieren Sie, ob sie Ihr Notebook noch bei sich haben.
Wer auf eine Flugreise geht, sollte offensichtlich gut acht auf Notebooks, PDAs oder Handys geben. Alleine in den Fundbüros der zehn grössten Flughäfen in Deuschland, Österreich und der Schweiz landen jährlich über 5000 mobile Geräte, wie der Security-Spezialist Utimaco herausfand. Die Befragung der Fundbüromitarbeitenden ergab, dass vor allem Flughäfen mit einem großen Kurzstrecken-Angebot, das hauptsächlich von Geschäftsreisenden genutzt wird, neuralgische Punkte sind: Hier werden täglich mehrere Dutzend und an Hauptreisetagen bis zu Hundert mobile Geräte abgegeben.
Wenn ein Gerät einmal im Fundbüro landet, besteht aber eine grosse Chance, dass es seinem Besitzer oder seiner Besitzerin zurückgegeben werden kann. Bei durchschnittlich drei Viertel der mobilen Rechner und PDAs melden sich die Besitzer gemäss Utimaco bereits innerhalb einer Woche nach Abgabe bei der Sammelstelle.
Diese sucht ihrerseits auch aktiv nach den Besitzern. ‘Wir überprüfen alle Gegenstände darauf, ob sie Hinweise auf ihren Halter bergen. Bei einem eingeschalteten Handy nehmen wir Gespräche sogar an, um den Anrufer zu befragen, wen er gerade erreichen wollte. Auf diese Weise finden wir oft Name und Adresse des Besitzers heraus und stellen das Gerät direkt zu", erklärte zum Beispiel eine Fundbüroangestellte am Flughafen Hamburg.
Ein Hauptgrund für die grosse Zahl der verlorenen Geräte sind laut den Fundbüro-Mitarbeitern die verschärften Kontrollen: Aus Zeitdruck oder wegen des großen Gedränges würde oft vergessen, die mobilen Endgeräte nach der Kontrolle wieder einzupacken.
Hintergrund der Untersuchung von Utimaco ist die Gefahr, dass durch abhanden gekommene Notebooks Firmendaten in falsche Hände geraten könnten, vor allem, wenn die Daten nicht verschlüsselt sind. Wenn die Geräte im Fundbüro landen, besteht da kaum Gefahr.
Insgesamt dürfte die Zahl der verlorenen Geräte aber deutlich höher sein, da sicher nicht alle ihren Weg ins Fundbüro finden.
Und Flughäfen sind auch ein beliebtes Jagdgebiet für Diebe und stehen an der Spitze der Orte, wo Notebooks entwendet werden. Utimaco befragte 200 Unterneghmen mit 50 bis 500. Fast ein Drittel gab an, dass ihren Angestellten schon einmal Firmen-Notebooks auf Flughäfen gestohlen worden seien. An zweiter Stelle nach Diebstahlgefahr gesehen folgen Hotels’ (29 Prozent) , vor den öffentlichen Verkehrsmitteln (20 Prozent). Viel seltener wurde einzelne Notebooks in Restaurants (4 Prozent), Konferenzsälen (3 Prozent) oder Besprechungsräumen (1 Prozent) geklaut. (Hans Jörg Maron)

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