Geldkuh Windows lahmt

19. April 2013, 08:59
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Klammert man die Einnahmen aus früheren Upgrades und Aktionen aus, stagnierte der Umsatz mit Windows im vergangenen Quartal. Microsoft konnte sich aber in anderen Bereichen verbessern.

Klammert man die Einnahmen aus früheren Upgrades und Aktionen aus, stagnierte der Umsatz mit Windows im vergangenen Quartal. Microsoft konnte sich aber in anderen Bereichen verbessern.
Die von Microsoft in der Nacht auf heute vorgestellten Quartalszahlen können sich auf den ersten Blick sehen lassen: Fast in allen Bereichen konnte der Software-Konzern aus Redmond sowohl den Umsatz als auch den Betriebsgewinn im zweistelligen Prozentbereich steigern. Gesamthaft wuchs der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Prozent auf 20,49 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg um 18,5 Prozent auf etwas mehr als 6 Milliarden Dollar.
Frühere Einnahmen jetzt verbucht
Besonders im Fokus stand die Windows Division, da Microsoft mit dem Launch von Windows 8 im vergangenen Oktober bislang noch keinen grossen Erfolg zu haben schien. Hier wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar um fast einen Viertel auf 5,7 Milliarden, doch es gibt einen Haken: Microsoft profitierte nämlich vom sogenannten "deferred revenue". Das sind Einnahmen aus Upgrades und anderen Aktionen, die schon in vorherigen Quartalen anfielen, aber erst jetzt mit der Auslieferung der entsprechenden Software verbucht werden. Berücksichtigt man diesen Umstand, stagnierte der Windows-Umsatz. Angesichts des stark schrumpfenden PC-Marktes ist dies nicht weiter verwunderlich.
Ausserdem äusserte sich Microsoft nicht dazu, wie viel vom Gesamtumsatz in der Windows Division auf Windows 8 zurückzuführen ist. Im Januar hiess es seitens Microsoft, man habe bislang 60 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft. Mittlerweile dürften es einige mehr sein.
Xbox-Sparte und Online erholen sich
Doch Microsoft hat noch andere Einnahmequellen. Bemerkenswert ist vor allem, dass Microsoft es anscheinend endlich schaffen könnte, die Online Services Division auf die richtige Bahn zu bringen. Mit Online-Diensten wie der Suchmaschine Bing hat Microsoft schon lange Mühe. Doch immerhin konnte nun der operative Verlust im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert werden. Ausserdem wuchs der Umsatz in diesem Segment um 17,7 Prozent. Mit 830 Millionen Dollar bleibt der Bereich aber nach wie vor der kleinste innerhalb des Konzerns.
Auch die "Spiel"-Sparte, die vor allem von der Xbox getrieben wird, glänzte mit einem markanten Umsatzplus um über 56 Prozent; die Entertainment and Devices Division ist im Gegensatz zum Vorjahr nun profitabel.
Gute Umsätze generiert Microsoft auch mit Server-Software. Der Bereich Server and Tools wuchs um 11,2 Prozent auf über 5 Milliarden Dollar. In der Business Division, die mit 6,32 Milliarden am meisten zum Wachstum beiträgt, musste sich Microsoft mit einem einstelligen Umsatz- und Gewinnwachstum begnügen. Der Umsatz wuchs gar nur um 5 Prozent, wenn man auch hier den "deferred revenue" berücksichtigt.
Klein geht
Microsoft hat gestern ausserdem bekannt gegeben, dass Finanzchef Peter Klein das Unternehmen nach fast vier Jahren in der Funktion als CFO das Unternehmen verlassen wird. Ein Nachfolger wurde noch nicht definiert. (mim)

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