Geldmaschine Sage

3. Dezember 2014, 16:49
image

Der britische KMU-Softwarehersteller Sage ist eine Geldmaschine. Bescheidenes Umsatzwachstum in der Schweiz.

Der britische KMU-Softwarehersteller Sage ist eine Geldmaschine. Bescheidenes Umsatzwachstum in der Schweiz.
Mit Business Software kann man Geld verdienen. Viel Geld. Dies zeigt ein Blick auf die Geschäftszahlen des britischen KMU-Software-Konzerns Sage. Sage ist bekanntlich auch ein Schweizer Software-Hersteller. Schliesslich werden unter anderem Sage 50, das ehemalige Sesam, und Sage 200 (ehemals Simultan) in der Schweiz für den Schweizer Markt entwickelt.
Der börsenkotierte Konzern setzte in seinem letzten Geschäftsjahr (bis Ende September 2014) 1,37 Milliarden Pfund um und machte einen operativen Gewinn von 298 Millionen Pfunkd. Der Software-Hersteller erzielte damit eine Umsatzrendite von 27,5 Prozent – von solchen Renditen träumt so mancher Industriekonzern.
Der Grossteil des Umsatzes, nämlich 951 Millionen Pfund, von Sage stammt aus Service-Verträgen und aus Software-Abos. Die wiederkehrenden Erträge wuchsen im Konzern um sieben Prozent während der Umsatz aus Software-Verkäufen praktisch stagnierte. In der Schweiz wuchs der Umsatz von Sage um bescheidene drei Prozent, so Sage-Schweiz-Chef Jean-Jacques Suter auf Anfrage.
Ziel: Cloud und Software im Abo
Wie praktisch alle Software-Hersteller setzt auch der Sage-Konzern auf Cloud. Anstatt Software zu verkaufen vermietet man Software, Rechenpower und Speicherplatz in einer Computer-Wolke.
Sage scheint in diesem Unterfangen erfolgreich zu sein. Letztes Jahr machte Sage 220 Millionen Pfund Umsatz mit Mietsoftware, fast ein Drittel (28 %) mehr als vor einem Jahr. Der Konzern hat nun 86'000 Abonnenten für die einfache Buchhaltungssoftware Sage One. Diese Lösung für Kleinfirmen wird auch in der Schweiz angeboten. In Zentraleuropa würden Cloud-Lösungen allerdings von den Kunden nur schleppend akzeptiert, schreibt Sage in einer Mitteilung zum Jahresabschluss.
Suter sagte hingegen, er sei sehr zufrieden mit dem Erfolg von Sage One in der Schweiz.
Moderne Version von Sage 200 jetzt erhältlich
Ebenfalls heute wird die neue Version von Sage 200, das noch mancher wohl unter dem Namen Simultan kennt, lanciert. Sage 200 ERP Extra, wie die für viel Geld renovierte Business Lösung heisst, kann nun gleichzeitig mit einem neuen Auftragsmodul samt integriertem CRM eingeführt werden. Zudem gibt es eine Inventur-App für Windows-8-Tablets. Die damit erfassten Warenbestände können mit den Daten im Auftragsmodul von Sage 200 ERP Extra synchronisierte werden.
Zufriedene Sage-Partner
Sage hat sich in der Geschichte nicht immer nur Freunde unter Resellern und Partnern geschaffen. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die Stimmung an einem Partneranlass in Zürich vor zwei Wochen war locker, der Applaus für Sage-Chef Suter und seine Kader durchaus freundlich. Man sei zufrieden mit Sage, vor allem auch wegen des guten Supports, sagten unsere Gesprächspartner unisono. Auch die Qualität der neuen Versionen von Sage-Software stimme nun.
Die Schweizer Niederlassung des britischen Konzerns wird nächstes Jahr erneut die Gelegenheit haben, zu beweisen, dass die Vergangenheit vorbei ist. Man will nächstes Jahr nämlich eine brandneue Version des in die Jahre gekommenen KMU-Pakets Sage 50 (Sesam) lancieren. (hc)
(Interessenbindung: Sage ist Werbekunde unseres Verlags).

Loading

Mehr zum Thema

image

Schwacher PC-Markt belastet Lenovo

Wachstum in anderen Bereichen kann die Rückgänge im PC-Absatz nicht wettmachen. Der chinesische Hersteller stagniert.

publiziert am 11.8.2022
image

Krise bei Avaya manifestiert sich nun auch in schwachen Zahlen

Im letzten Quartal hat Avaya 20% weniger Umsatz als noch vor einem Jahr erwirtschaftet. Das Unternehmen äussert gar Zweifel am eigenen Fortbestehen.

publiziert am 10.8.2022
image

Also will für bis zu 100 Millionen Euro Aktien zurückkaufen

Der Distributor lanciert einen Aktienrückkauf. Also-Konzernchef Möller-Hergt hält die Papiere derzeit für unterbewertet.

publiziert am 9.8.2022
image

Techinvestor Softbank mit Riesenverlust durch Börsen-Talfahrt

Der japanische Konzern muss einen Quartalsverlust in zweistelliger Milliardenhöhe verbuchen. Viele Tech-Titel schlagen negativ zu Buche.

publiziert am 9.8.2022