Gemeindesoftware NEST wird auf .Net-Basis gestellt

20. April 2010, 15:17
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Auf zwei Wegen zum gleichen Ziel.

Auf zwei Wegen zum gleichen Ziel.
Die in der Schweiz verbreitete Gemeindeapplikation NEST soll in einem umfangreichen Projekt auf eine moderne Softwarebasis gestellt werden, und zwar auf Microsofts .Net. Für eine Umstellung ihrer Lösungen auf .Net hat sich beispielsweise auch schon der NEST-Konkurrent Ruf entschieden.
Dabei gehen die am Gemeinschaftsunternehmen NEST beteiligten Unternehmen InnoSolv, KMS und Sesam (nicht zu verwechseln mit Sage Sesam) zwei unterschiedliche Wege. NEST wurde ursprünglich mittels der Entwicklungsumgebung Gupta Team Developer und der dazugehörigen Programmiersprache SAL (SQLWindows Application Language) entwickelt. Einzelne neuere Teile basieren bereits auf .Net.
Portierung...
Sesam und KMS portieren den vorhandenen SAL-Code der NEST-Steuererhebungslösung auf .Net, beziehungsweise lassen ihn portieren. Den Auftrag dazu erhielt das deutsche Unternehmen fecher. KMS und Sesam können so ihre eigenen Ressourcen für die gleichzeitige Weiterentwicklung der Lösung freihalten. Im Rahmen der Migration soll fecher insgesamt rund 2,5 Millionen "SAL-Items" sowie über 1000 Reports portieren. Die Nest- Gruppe setzt für letzteres auf das Reporting-Tool von StimulSoft.
Das Projekt wurde in vier Phasen aufgeteilt. Während den ersten beiden Phasen, von jetzt bis Mitte 2011, wollen Sesam und KMS die Lösung parallel zur Portierungsarbeit bei fecher noch auf der bisherigen Gupta-Plattform weiterentwickeln. Das komplette Projekt soll 2013 abgeschlossen sein.
...vs. neu schreiben
InnoSolv, im NEST-Verbund für die Lösungen für Werke, Einwohnerkontrolle, Gebühren usw. zuständig, will sich dagegen ganz von der SAL-Vergangenheit ablösen. Wie uns InnoSolv-Marketingchef Erwin Buchegger erklärte, wird InnoSolv die neuen Oberflächen-Standards übernehmen, um die Einheitlichkeit der NEST-Gesamtlösung zu gewährleisten. InnoSolv entwickelt einen neuen RIA-Client auf Basis von .Net WPF (Windows Presentation Foundation) und schreibt deshalb gleichzeitig die Programme komplett neu.
Kunden sollen im September erstmals einen Blick auf die neue NEST-Version werfen können. Nest will die ersten Teile dann Mitte 2011 freigeben. Die neue Software-Generation wird, so Buchegger, den bestehenden NEST-Anwendern im Rahmen des Wartungsvertrages kostenlos zur Verfügung gestellt. (Hans Jörg Maron)

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