Generali entrümpelt IT

21. Januar 2022, 13:53
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"Avanti", heisst es beim Versicherer. Generali will in Sachen Digitalisierung vorwärts machen und führt dazu auch ein neues Kernsystem ein.

"Die Digitalisierung macht vor keiner Branche halt", schreibt Generali Schweiz in einer Mitteilung. Einfache, digitale Dienstleistungen würden zu den Hauptbedürfnissen von Kundinnen und Kunden gehören. Im Rahmen der neuen Strategie "Avanti 2027" will der Versicherer seine IT und seine Prozesse modernisieren. Man wolle "die kundenorientierteste und agilste Organisation im Schweizer Versicherungsmarkt sein", so Andreas Krümmel, CEO Generali Schweiz, in der Mitteilung.
Dazu gehört demnach auch die Ablösung der Kernsysteme. Die Erneuerung der technischen Grundlagen sei zentral, um die definierten Ziele zu erreichen, schreibt das Unternehmen.
Im Rahmen des Transformationsprojekts plane der Versicherer in den Jahren 2022 und 2023 "signifikante Investitionen", heisst es weiter.

Joint Venture mit Accenture

Generali Schweiz werde die Versicherungssoftware Sapiens einführen. Der gleichnamige Anbieter beschreibt sich als One-Stop-Shop für sämtliche Sparten der Versicherungsbranche. Eigenen Angaben zufolge zählt der Anbieter mehr als 500 Unternehmen weltweit als Kunden.
Die Einführung geschehe zusammen mit der Group Operations Service Platform (GOSP), einem Joint Venture der Generali Gruppe und des Beratungsunternehmens Accenture.
Das Joint Venture wurde 2020 mit dem Ziel gegründet, die Gruppe dabei zu unterstützen, ihre Dienstleistungen zu optimieren. Accenture besitzt laut der damaligen Mitteilung eine Minderheitsbeteiligung von 5% an dem Unternehmen und stellt ein Team aus Digitalisierungs- und Cloud-Experten bereit.
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Andreas Krümmel, CEO Generali Schweiz.
"Mit den neuen Kernsystemen schaffen wir die Grundlage, Produkte und Dienstleistungen effizient und kostengünstig zu entwickeln", so Krümmel weiter. Sapiens ermögliche es, Prozesse neu aufzusetzen. Gleichzeitig würden mit den neuen Kernsystemen das Schnittstellenmanagement zu Apps von Partnerfirmen vereinfacht. Ziel sei es, einfacher und digitaler unterwegs zu sein.

Neue Produktpalette

Generali Schweiz ist in den Bereichen Sach-, Rechtsschutz- und Lebensversicherungen sowie Vorsorgelösungen aktiv. Im Zuge der Ablösung des bestehenden Kernsystems soll auch die Produktpalette erneuert werden. Erste Produkte werden laut dem Versicherer 2023 Marktreife erlangen. Das Sortiment bei den Sachversicherungen werde über die nächsten Jahre verschlankt.
Um im Lebensversicherungsgeschäft und der privaten Vorsorge kompetitiv zu bleiben, seien tiefe Kosten und Skaleneffekte zentral, schreibt Generali Schweiz. Prozesse sollen automatisiert werden, sodass Kunden und Vertriebspartner "effizient mit uns interagieren und digital Versicherungen abschliessen können", ergänzt Krümmel in der Mitteilung.

Projekt Pegasus wurde begraben

Dass Generali Schweiz die IT modernisieren will, ist seit längerem bekannt. Dazu hat der Versicherer verschiedene Optionen geprüft. Zur Debatte stand auch eine weitreichende Partnerschaft mit Tata Consulting Services, wie 2020 bekannt wurde. Unter dem Projektnamen Pegasus sollten die Legacy-Systeme von Generali Schweiz durch Lösungen von Tata ersetzt werden. Gleichzeitig wären Stellen von Generali zum indischen IT-Riesen ausgelagert worden.
Der Versicherer bestätigte dann im Herbst 2021, dass man das Projekt Pegasus beerdigt habe. Man habe stets gesagt, dass verschiedene Optionen geprüft werden. Nun habe man sich für eine andere entschieden, erklärt Generali damals. Statt Pegasus heisst es nun also Avanti.

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