Geräte im Standby verbrauchen zehnmal mehr Strom als die Schweiz

8. Juli 2014 um 12:20
  • international
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Dass Elektrogeräte auch im Standby-Modus Strom verbrauchen, ist den meisten Leuten dumpf bewusst.

Dass Elektrogeräte auch im Standby-Modus Strom verbrauchen, ist den meisten Leuten dumpf bewusst. Die International Energy Agency (IEA) versucht, das Problem mit Zahlen deutlicher zu illustrieren: Nach der neusten Schätzung der IEA haben Geräte im Standby 2013 rund 616 Terawattstunden Strom verbraucht. Das ist höher als der Stromverbrauch von ganz Kanada in einem Jahr, wie die IEA vorrechnet, beziehungsweise mehr als zehnmal mehr als der Stromverbrauch der Schweiz. Gemäss dem Bundesamt für Energie wurden letztes Jahr in der Schweiz 59,3 Terawattstunden verbraucht.
Eigentlich haben die Hersteller in den letzten Jahren einige Anstrengungen unternommen, um den Stromverbrauch von inaktiven Geräten im Standby-Modus zu senken. Allerdings werden auch immer mehr Geräte nie ganz abgeschaltet, auch wenn sie nicht gebraucht werden. Und zudem sind immer mehr Geräte mit einer Netzwerkverbindung ausgerüstet, die kontinuierlich in Betrieb ist. Diese macht oft einen grossen Teil des Verbrauchs im Standby aus. Bei Game-Kosolen sind es laut IEA bis zu 80 Prozent.
Noch verzichten die meisten Hersteller auf Massnahmen, die den Stromverbrauch der Netzwerkkomponenten bei Inaktivität deutlich senken würden. Der Trend zum "Internet der Dinge" verschärft die Situation noch. Damit werden jährlich Milliarden von weiteren Geräten, die permanent mit dem Internet verbunden sind, in Betrieb genommen. Viele davon sind für Verbraucher kaum sichtbar und werden schon deswegen nie abgeschaltet.
Die IEA glaubt deshalb, dass der Standby-Stromverbrauch in den nächsten Jahren weiter stark nach oben klettern wird. Bis 2025 prognostiziert die Agentur einen Anstieg auf 1140 Terawattstunden, also fast doppelt so viel wie heute. (hjm)

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