Gericht spricht Urteile im Fall "Cyberbunker"

13. Dezember 2021, 15:00
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Über ein illegales Rechenzentrum wurden Cyberattacken gesteuert und Drogen verkauft. Nun wurden alle 8 Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt.

Im Prozess um das illegale Rechenzentrum in einem ehemaligen deutschen Bundeswehr-Bunker hat das Landgericht Trier die Urteile gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 8 Beschuldigten in Traben-Trarbach ein Datenzentrum zu kriminellen Zwecken betrieben haben. Der 62-jährige Hauptangeklagte aus den Niederlanden wurde zu einer Haftstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten verurteilt.
Die Angeklagten hätten sich der Bildung und Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Günther Köhler. Ein Manager muss für 2 Jahre und 6 Monate in Haft; ein Sohn des Hauptangeklagten für 4 Jahre und 3 Monate. Bei den übrigen Beschuldigten lagen die Strafen zwischen 1 und 3 Jahren, wobei die einjährige Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Freigesprochen wurden hingegen sämtliche Beteiligte vom Vorwurf der Beihilfe zu den rund 250'000 Straftaten, die über die Server im Rechenzentrum abgewickelt worden seien.
Der 5 Stockwerke tiefe Militärbunker wurde 2019 in einer gross angelegten Polizeiaktion durchsucht. Über die Server liefen Drogendeals im Wert von mehreren Millionen Euro, Datenhehlerei, Computerangriffe und Falschgeldgeschäfte. Mit dem Urteil ging einer der deutschlandweit grössten Prozesse gegen Cyberkriminelle zu Ende. Erstmals standen dabei nicht die Täter, sondern die Webhoster im Visier der Justiz.

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