Geringe IT-Kosten beim Zürcher Test für flexiblen Busverkehr

21. Juni 2019, 13:38
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Die Mehrheit des Zürcher Stadtparlaments hat soeben einen vom Stadtrat beantragten Objektkredit von 2,98 Millionen Franken für das Pilotprojekt "VBZ Flexnetz" bewilligt.

Die Mehrheit des Zürcher Stadtparlaments hat soeben einen vom Stadtrat beantragten Objektkredit von 2,98 Millionen Franken für das Pilotprojekt "VBZ Flexnetz" bewilligt. Ab Sommer 2020 soll für 18 Monate im Gebiet Altstetten und Albisrieden einen Versuch mit fünf Kleinbussen starten. Konkret handelt es sich laut VBZ "um eine Art Rufbussystem, das ergänzend zum öffentlichen Linienverkehr in Gebieten und zu Zeiten mit weniger dichtem Takt und fehlenden Direktverbindungen zur Verfügung stehen soll".
Es werde in den üblichen Zonentarif integriert sein, und vor allem Gebiete am Stadtrand von 20 Uhr bis 1 Uhr nachts besser erschliessen, heisst es weiter. Vorgesehen sei, dass man via App den Fahrtwunsch eingibt, und das System dann die verlangte Fahrt organisiert. Dabei werden Fahrgäste mit ähnlichen Reisezielen als Gruppe von maximal sechs Personen im gleichen Fahrzeug zusammengefasst.
Interessant ist, dass die IT im Rahmen des Pilotprojekts mit rund 180'000 Franken für die Plattformentwicklung, die Schnittstellen sowie Phones und Pads die geringsten Kosten verursacht, wie dem Protokoll des Stadtrats zu entnehmen ist.
Die grössten Ausgabenposten entfallen auf die Anschaffung und den Unterhalt der Kleinbusse (knapp 700'000 Franken) und die Personalkosten (knapp 1,3 Millionen Franken). Zudem sollen 370'000 Franken ins Marketing und die wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch die ETH fliessen. Daneben sind 250'000 Franken als Reserven eingeplant.
Da gerade erst der Objektkredit gesprochen wurde, ist noch nicht klar, wer die IT-Komponenten liefern wird, heisst es auf Anfrage bei der VBZ-Pressestelle. Entsprechende Vertragsverhandlungen würden aber bereits laufen.
Klar ist das Konzept: Die digitale Plattform bündle respektive "poole" die Fahrtwünsche und bringe sie mit den zur Verfügung stehenden Fahrzeugen zusammen ("matchen"), heisst es bei den VBZ. Dabei bestehe die Plattform aus einem Leitstellen-Tool ("Operator Dashboard"), das die dynamische Disposition anhand von Pooling- und Matching-Algorithmen vornimmt und durch die VBZ-Leitstelle bedient wird, sowie einer Fahrer- und einer Fahrgast-App. "Diese Systeme sind bereits markttauglich vorhanden und können von einem externen Dienstleister für Zürich adaptiert und bereitgestellt werden", teilen die VBZ mit.
Die Verkehrsbetriebe erklären zur Initiierung des Projektes, dass sich vor allem in den Städten neue Mobilitätsformen etablieren werden. Konkret genannt werden unter anderem Trends wie das automatisierte Fahren und Sharing Economy aber auch steigendes Umweltbewusstsein und technologische Fortschritte via Echtzeitkommunikation. Diese Entwicklung wolle man in einem Pilotprojekt kombinieren. Deshalb teste man demnächst in Zürich das Potenzial eines "On Demand Ride Pooling"-Angebots als Ergänzung zum öffentlichen Linienverkehr. (vri)

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