Gever-Knatsch: Fabasoft blitzt ab

24. August 2016, 14:18
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Bundesverwaltungsgericht lehnt Beschwerde von Fabasoft ab. Bund kann mit Einführung einer neuen Gever-Lösung beginnen.

Bundesverwaltungsgericht lehnt die Beschwerde von Fabasoft ab. Der Bund kann mit der Einführung einer neuen Gever-Lösung beginnen.
Der österreichische Software-Hersteller Fabasoft ist beim Bundesverwaltungsgericht abgeblitzt. Fabasoft hatte vor über einem Jahr (!) beim Bundesgericht Beschwerde gegen einen Beschaffungsentscheid für eine neue Gever-Lösung eingereicht. Wie Fabasoft nun mitteilt, hat das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde abgelehnt. Der Hersteller will den Entscheid wohl nicht anfechten.
Gever steht für "Geschäftsverwaltung". Gemeint ist ein elektronisches, prozessgesteuertes Dokumentenmanagementsystem.
Fabasoft, bisher der Platzhirsch in der Bundesverwaltung in Sachen Gever-Lösungen, wird damit wohl Umsatz in der Schweiz verlieren. Man habe aber andere, neue Aufträge in der Bundesverwaltung gewonnen, schreibt der Hersteller.
Mit dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts kann die Bundeskanzlei nun beginnen, zusammen mit dem Dienstleister Atos die Lösung Acta Nova der Firma Rubicon einzuführen. Die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht hat das Projekt bisher gebremst.
Ausschreibung und ein überraschender Entscheid
Weil die Software-Lizenzen auslaufen, hat der Bund die Beschaffung einer neuen Geverlösung 2014 ausgeschrieben.
67 Millionen Franken und mehr
Der Bundesrat hat für das Projekt einen Verpflichtungskredit von 67 Millionen Franken gesprochen, die Parlamente haben ihn durchgewunken. Dazu kommen weitere interne Kosten von maximal 75 Millionen Franken.
Wieviel die nun eingetretenen Verzögerungen kosten werden, wissen wir noch nicht.
Insider kritisieren, die Offerte von Atos habe unrealistisch tiefe Stundenansätze enthalten. Sie befürchten (hc)

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