Gewerkschaft empört über Cablecom-Vorgehen

8. November 2005, 09:21
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Die Gewerkschaft Kommunikation verurteilt die geplanten Entlassungen bei Cablecom.

Die Gewerkschaft Kommunikation verurteilt die geplanten Entlassungen bei Cablecom.
Kurz nach der überraschenden Ankündigung einer Entlassungswelle bei Cablecom von heute hat die Gewerkschaft Kommunikation reagiert und verurteilt die Pläne des Kabelnetzbetreibers "aufs Schärfste". Man stelle "mit Schrecken fest, dass Liberty Global, der neue amerikanische Besitzer von Cablecom, lieber Stellen abbauen, als in die Zukunft des grössten Schweizer Kabelnetzbetreibers investieren will."
Die Gewerkschaft fordert von Cablecom die sofortige Aufnahme von Gesprächen um Entlassungen zu verhindern und die Zahl der betroffenen Beschäftigten deutlich zu reduzieren. Ausserdem verlangt sie Verhandlungen über einen Sozialplan zur Abfederung der geplanten Abbau-Massnahmen.
Wie Alain Carrupt, der Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation im Gespräch mit inside-it.ch erklärte, empfinde man neben dem Inhalt der Pläne vor allem auch die Vorgehensweise des Cablecom-Managements als Affront. Cablecom habe zu keiner Zeit Verhandlungen mit der Gewerkschaft über die Entlassungspläne geführt. Damit habe Cablecom, so Carrupt, gegen den Sozialpartnerschaftsstandard in der Telekommunikationsbranche verstossen, an den sich zum Beispiel die Swisscom halte.
Auch dass Cablecom zusammen mit der internen Arbeitnehmervertretung einen Sozialplan ausgearbeitet hat, ist gemäss Carrupt ein Verstoss gegen die Regeln: "Eine Firma kann nicht einseitig einen Sozialplan ausarbeiten. Und interne Vertretungen sind nicht 'tariffähig' und können daher auch keinen Sozialplan unterschreiben."
Wie Carrupt weiter erklärte, sei für die Gewerkschaft nun erste Priorität, den Dialog mit der Cablecom-Führung aufzunehmen, damit die Sozialpartnerschaft, an welche die Gewerkschaft glaube, gelebt werden könne. Falls dies aber nicht gelinge, habe man natürlich auch einen "Aktionsplan" in der Hinterhand. Zur Erinnerung: Die Gewerkschaft Kommunikation hat auch schon Arbeitskämpfe bei Telekommunikationsunternehmen organisiert, zum Beispiel bei Orange. (Hans Jörg Maron)

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