Gewinneinbruch: Cisco vor der grossen Diät

12. Mai 2011, 08:53
  • telco
  • cisco
  • geschäftszahlen
image

Der Netzwerk-Riese muss die operativen Kosten senken und Stellen abbauen. Im vergangenen Quartal sank der Gewinn erneut drastisch.

Der Netzwerk-Riese muss die operativen Kosten senken und Stellen abbauen. Im vergangenen Quartal sank der Gewinn erneut drastisch.
Ein weiteres Mal musste der Netzwerk-Riese Cisco Systems in der Nacht auf heute über ein enttäuschendes Quartal Bericht erstatten. Zum rückläufigen Gewinn kam eine weitere schlechte Nachricht hinzu: Cisco wird mehr Stellen abbauen. Das Unternehmen entwickelt Produkte für Netzwerke und gilt daher als Gradmesser der gesamten IT-Industrie. Schon während der jüngsten Wirtschaftskrise liessen die damals schlechten Zahlen von Cisco die Branche aufschrecken.
Im dritten Geschäftsquartal per Ende April sank der Gewinn von Cisco um fast 18 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar - schon im zweiten Quartal war der Gewinn im Jahresvergleich um 18 Prozent gesunken. Den Umsatz konnte Cisco nun immerhin um 5 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar steigern. Die Umsätze mit Switches sanken um 9 Prozent, doch konnte Cisco im traditionellen Kerngeschäft mit Routern um 7 Prozent wachsen. Im Geschäft mit öffentlichen Verwaltungen sanken die Umsätze hingegen um 8 Prozent. Für das laufende Schlussquartal prognostizierte Cisco-CEO John Chambers eine weiter andauernde Schwäche; die Umsätze sollen stagnieren oder nur leicht wachsen.
Cisco sieht sich im traditionellen Netzwerk-Geschäft zunehmend härter werdender Konkurrenz gegenüber. Als Reaktion darauf hat sich das kalifornische Unternehmen kürzlich entschieden, das Geschäft mit den Consumer-Kameras der Marke Flip aufzugeben, die allesamt im Enterprise-Segment angesiedelt sind.
Im Rahmen des zurzeit laufenden Umbaus muss Cisco die operativen Kosten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres um eine Milliarde Dollar senken. Kürzlich hat Cisco älteren Angestellten Möglichkeiten der Frühpensionierung nahegelegt. Je nachdem, wie viele Cisco-Leute sich dafür entscheiden, muss das Unternehmen danach mehr oder weniger Stellen abbauen. Konkrete Zahlen nannte Cisco nicht. Bis zum Ende des Sommers sollen die Einzelheiten des Jobabbaus bekannt werden.
Derzeit beschäftigt Cisco weltweit 73'000 Personen, davon 262 in Wallisellen, Bern und Rolle. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Das Wachstum der Hyperscaler verlangsamt sich

Bei AWS, Azure und Google Cloud ist es jahrelang nur steil bergauf gegangen. Jetzt aber macht sich der Spardruck der Kunden bemerkbar.

publiziert am 3.2.2023
image

Swisscom verdient 2022 weniger

Aber das dürften wir eigentlich noch gar nicht wissen. Die Publikation der Geschäftszahlen war ein Versehen.

publiziert am 3.2.2023
image

Meta spart und gibt sich optimistisch

Mark Zuckerberg kündigt ein "Jahr der Effizienz" an. Gestrichen werden Investitionen in RZs, das Management wird umgebaut.

publiziert am 2.2.2023
image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023