Gewinner und Verlierer im europäischen IT-Service-Geschäft

8. Dezember 2006, 14:19
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PAC-Analyse: SBS und T-Systems halten sich erstaunlich gut, EDS ist wieder "da"

PAC-Analyse: SBS und T-Systems halten sich erstaunlich gut, EDS ist wieder "da"
Christophe Châlons (Foto) vom französisch-deutschen Marktforscher PAC, der unter anderem die europäischen IT-Dienstleister recht genau beobachtet, hat eine in unseren Augen interessante Analyse veröffentlicht.
Châlons vergleicht die Wachstumsraten der 11 grössten IT-Service-Anbieter in Europa, die in diesem Jahr alle über zwei Milliarden Euro umsetzen werden, und kommt zu teilweise überraschenden Ergebnissen. Am schnellsten wachsend ist LogicaCMG. Doch die hohe Wachstumsrate von 39 % im ersten Halbjahr 2006 kam vor allem durch die Übernahme von Unilog zustande. "Organisch" wuchs LogicaCMG im Takt des Marktes um fünf Prozent.
Am zweitschnellsten (+ 13 %) wuchs Capgemini. Capgemini habe den Vorteil, dass der Dienstleister einen relativ kleinen Bestand an "alten", grossen Outsourcing-Verträgen hat, die heute unter einem grossen Preisdruck stehen. Der texanische Mega-Outsourcer EDS hat sich gemäss Châlons trotz der Neuvergabe der Aufträge von General Motors mit einem Umsatzwachstum von + 10 Prozent sehr gut entwickelt. Châlons findet, die viel kritisierte EDS sei "wieder fit".
T-Systems legt im KMU-Geschäft zu
Trotz anhaltender Verkaufs-Gerüchte hat sich auch T-Systems europaweit gut gehalten. Der Umsatz mit der Mutterfirma Deutsche Telekom sank um 5 %, während der externe Umsatz wegen dem Kauf von von Gedas um neun Prozent stieg. "Beeindruckend" findet Chälons das Wachstum von T-Systems im Business mit dem Mittelstand (+ 58 %). Trotzdem glaubt der Analyst, T-Systems sei noch zu schwerfällig und brauche eine "harte Entschlackungskur".
Die anhaltenden Gerüchte über die Zukunft des IT-Dienstleistungsarms von Siemens, SBS, scheinen diesem nicht übermässig stark geschadet zu haben. SBS legte auf vergleichbarer Basis, also ohne den Umsatz des verkauften HW-Wartungsgeschäfts könne die Siemens-Tochter nun "wieder optimistisch in die Zukunft blicken," findet Châlons.
IBM, HP Services und CSC stagnieren
Der weltweit grösste IT-Dienstleister, IBM Global Services, konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten "nur" um drei Prozent steigern. IT- und Business-Prozess-Outsourcing legten aber um sechs respektive 5 Prozent zu. HP Services hat sich im Geschäftsjahr bis Ende Oktober unterschiedlich entwickelt. Das klassische HW-Wartungs- und Support-Business, schrumpfte um 2 Prozent, Outsourcing legte um 8 Prozent whärend das Probjekt-Geschäft, das eigentlich von der Konjunktur profitieren sollte, nur um zwei Prozent wuchs. Auch Atos Origin stagnierte (+ 2 %).
Noch schlimmer sieht es für CSC aus. In Europa verlor der US Outsourcing- und SI-Riese sieben Prozent Umsatz. CSC habe ähnlich wie EDS in den neunziger Jahren, einen grossen Anteil an "Big Deals", die heute stark unter Preisdruck stehen, analysiert Châlons. (Christoph Hugenschmidt)

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