Gewinner und Verlierer im Schweizer PC-Markt

5. Februar 2009, 09:54
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Der Schweizer Hardware-Markt litt 2008 unter massivem Preiszerfall, so die Erkenntnis aus der 20. Ausgabe (!) des Weissbuchs.

Der Schweizer Hardware-Markt litt 2008 unter massivem Preiszerfall, so die Erkenntnis aus der 20. Ausgabe (!) des Weissbuchs.
Zum nunmehr 20. Mal berichtete heute Morgen "PC-Guru" Robert Weiss über Wohl und Wehe des Schweizer PC-Markts. Betrachtet man die abgesetzten Stückzahlen, so hätten PC- und Serverhersteller Grund zum Jubeln. Gemäss Weiss wurden 2008 in der Schweiz über 1,7 Millionen PCs und Notebooks abgesetzt, 15 Prozent mehr als 2007. Betrachtet man aber die Umsätze in Franken, so ergibt sich ein düsteres Bild. Der PC-Markt schrumpfte um 3,8 Prozent, zieht man Peripheriegeräte mit ein, so sanken die Gesamtumsätze gar um 12,2 Prozent. In Zahlen: Letztes Jahr war der Schweizer PC-Markt 2,5 Milliarden Franken "schwer", inklusive Bildschirme, Drucker und (x86-)Server wurden schweizweit 4,2 Milliarden Franken für Hardware ausgegeben, 580 Millionen (!) weniger als vor einem Jahr.
Assemblierer leiden
Weiterhin rückläufig ist der Marktanteil der lokalen Hersteller (Assemblierer). Kamen 2002 noch über ein Viertel (28,9 %) der verkauften Systeme aus lokaler Produktion, so waren es letztes Jahr nur noch 16,7 Prozent. Weiss: "Grosse Assemblierer und solche mit eigenen Ladengeschäften können sich halten. Aber diejenigen, die weniger als 3000 Einheiten verkaufen, haben ein Problem."
Betrachtet man allerdings Teilmärkte, so spielen Assemblierer auch heute noch eine Rolle. Die Assemblierer haben sich praktisch unisono aus der Herstellung von mobilen PCs zurückgezogen, spielen aber bei den Heim-PCs durchaus noch eine Rolle. Steg liegt auf Platz drei der 10 grössten Hersteller in der Schweiz in diesem Marktsegment, Brack schafft es immerhin auf Rang sechs und auch Littlebitt (10) gehört noch zu Top-10.
Gewinner und Verlierer: HP so weit das Auge reicht
Der Schweizer PC- und Notebook-Markt wird immer stärker von wenigen grossen Anbietern, allen voran Hewlett-Packard, dominiert. HP ist heute die Nummer 1 in jedem einzelnen Marktsegment, ausser im noch winzigen Segment der Kleinst-Notebooks ("Netbooks") ist Acer der absatzstärkste Anbieter in der Schweiz. Ebenfalls zu den Gewinnern sind Acer, Apple, Lenovo und Asus zu rechnen. Marktanteile verloren haben Dell, Fujitsu Siemens und der grösste Schweizer Assemblierer, Steg. Die Insolvenz und lange Periode der Unsicherheit des deutschen Herstellers Maxdata (heute Belinea) führte dazu, dass der zweitletzte deutsche Hersteller aus den Top-10 der PC-Anbieter in der Schweiz verschwand. (Christoph Hugenschmidt)
Die Rangliste des Schweizer PC-Markts
(Die Zahlen in Klammern: Marktanteil / Veränderung des Absatzes in Prozent)

  1. HP (30,7 % / + 27,7 %)
  2. Sony (2,1 % / + 12,5 %)

Rest:
Marktanteil 8,5 % / Veränderung Absatz: - 14,1 %
(Foto: Robert Weiss präsentiert das historische "Weissbuch 1999". Startseite: Marktforscher Robert blickt mit Skepsis auf den PC-Markt.)

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