Gewinnerosion bei Ingram Micro

28. Oktober 2011, 12:01
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Nettogewinn sinkt im Jahresvergleich um 64 Prozent. Weiterhin schwaches Europa-Geschäft.

Nettogewinn sinkt im Jahresvergleich um 64 Prozent. Weiterhin schwaches Europa-Geschäft.
Der Distributionsriese Ingram Micro hatte bereits vergangene Woche gewarnt, dass die Zahlen des dritten Quartals aufgrund von Schwächen in Europa und im Consumer-Geschäft schlechter ausfallen würden als bisher angenommen. Wie den definitiven Zahlen für die Monate Juli, August und September zu entnehmen ist, wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt entspricht dies einem Plus von 1 Prozent. Beim Nettogewinn musste Ingram aber einen Rückgang um satte 64 Prozent auf 23,3 Millionen Dollar hinnehmen.
Ähnlich wie der Konkurrent Avnet ein ernst zu nehmender Umsatzrückgang in Europa. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) resultierte für Ingram zwar ein Umsatzwachstum um 7 Prozent auf 2,65 Milliarden Dollar - doch Währungseffekte haben das Wachstum um 9 Prozent verbessert. Der operative Gewinn in EMEA sank im Jahresvergleich von 18,8 auf 16,2 Millionen Dollar.
Demgegenüber wuchsen die Umsätze in Nordamerika um 3 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar. In Lateinamerika wuchsen die Umsätze währungsbereinigt um 10 Prozent auf 420 Millionen Dollar. Die Region Asien-Pazifik schrumpfte währungsbereinigt um 1 Prozent auf einen Umsatz von 2,06 Milliarden Dollar. Die Schwäche in Asien ist auf das "Problemland" Australien zurückzuführen, wo Ingram mit einer schief gegangenen SAP-Einführung kämpft.
Ingram-CEO Greg Spierkel hatte kürzlich in einem Interview mit inside-channels.ch im Bezug auf mögliche Kostensenkungsmassnahmen in Europa gesagt, man arbeite "immer an der Abstimmung der Kosten mit den Marktbedingungen." Der weltweit grösste IT-Disti investiere aber auch und schaue sich nach Akquisitionsgelegenheiten um. (mim)

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