Gezielte Werbung: Facebook muss sich Diskriminierungs-Klage stellen

28. März 2019, 16:01
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Unternehmen jeglicher Art können auf Facebook sehr personalisierte Werbung schalten.

Unternehmen jeglicher Art können auf Facebook sehr personalisierte Werbung schalten. Auf der Plattform lässt sich die Zielgruppe nach Wohnort, Alter, Geschlecht oder Vorlieben auswählen. Dass dies nicht unproblematisch ist, zeigt ein aktueller Fall aus den USA. Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung (HUD) hat Facebook mit dem Vorwurf verklagt, das Online-Netzwerk habe Diskriminierung bei Wohnungsanzeigen zugelassen.
Immobilienfirmen hätten dafür sorgen können, dass ihre Anzeigen Menschen mit bestimmter Hautfarbe, Herkunft, Familienstand, Geschlecht oder religiöser Zugehörigkeit nicht angezeigt wurden, heisst es in der heute veröffentlichten Klage des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung.
Facebook hatte vor gut einer Woche die Kategorien Alter, Geschlecht und Postleitzahl für Immobilien-, Beschäftigungs- und Finanzanzeigen gestrichen. Der Schritt war Teil einer Einigung mit Klägern, die dem Online-Netzwerk ebenfalls Diskriminierung vorwarfen. Die Möglichkeit, Werbung für etwa Stellen- oder Wohnungsanzeigen auf bestimmte ethnische Gruppen auszurichten, entfernte Facebook bereits 2016 nach einem kritischen Bericht der US-Medienwebsite 'ProPublica'.
Gezielte Werbung ist das Kerngeschäft von Facebook und weiteren Online-Unternehmen. Laut der Beschwerde des HUD seien viele der Optionen für das Targeting oder den Ausschluss gewisser Gruppen "schockierend direkt". Männer oder Frauen können davon ausgeschlossen werden, eine Anzeige zu sehen; es gebe die Möglichkeit Personen auszuschliessen, die eine bestimmte Sprache nicht sprechen oder in einem bestimmten Gebiet wohnen.
In einem Statement gegenüber dem US-Newsmedium 'Axios' sagte Facebook, dass es auf der Plattform "keinen Platz für Diskriminierung" gebe. Dies sei den Richtlinien zufolge strengstens verboten. "Im vergangenen Jahr haben wir unsere Systeme verstärkt, um sie noch besser vor Missbrauch zu schützen." Facebook werde vor Gericht Stellung nehmen und direkt mit dem Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung zusammenarbeiten, um die Bedenken auszuräumen. (kjo)

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