GIA / Avectris: Jetzt steht die Integration im Vordergrund

26. März 2021, 15:56
image

Christophe Macherel, designierter CEO des neu entstehenden Schweizer IT-Dienstleistungs­riesen GIA / Avectris, äussert sich zum ersten Mal über seine Pläne.

Mit dem Zusammenschluss von GIA und Avectris wird die Szene der Schweizer ICT-Dienstleister neu aufgemischt. Mit gut 630 Mitarbeitenden und starken Positionen in Märkten wie den Versorgern, Industrie, Gesundheitswesen, Finanzindustrie und Dienstleistern wird GIA / Avectris zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Playern wie Swisscom, UMB oder T-Systems.
Welche Pläne hegen der künftige CEO, Christophe Macherel, und die Geschäftsleitung, deren Zusammensetzung eben erst kommuniziert worden ist, für die nächste Zukunft? Der Fokus liege zuerst auf der kulturellen Integration und die Vereinheitlichung der Abläufe, so Macherel in einer E-Mail. Macherel: "GIA und Avectris sind komplementäre Einheiten, die sich perfekt ergänzen. Das Portfolio wird sich auf Application Services und Managed Services konzentrieren."
Es sei aktuell nicht geplant, Standorte von GIA / Avectris aufzugeben, schreibt Macherel, hingegen gebe es in der Infrastruktur Potenzial für Optimierung. Logisch: Bisher haben GIA und Avectris verschiedene Rechenzentren betrieben.

Erst mal das bestehende Business sichern

Aus den Antworten des künftigen CEOs des Dienstleisters, der übrigens auch einen neuen Namen erhalten wird, geht klar hervor, dass es in nächster Zeit um die Sicherung des Auftritts in bestehenden Märkten geht. Man werde sich auf die diejenigen Branchen fokussieren, in denen GIA / Avectris bereits über Wissen und Verständnis verfüge, so Macherel. "Erst wenn wir genügend Reife in den bekannten Märkten und Branchen besitzen, werden wir uns auf mögliche neue Märkte und Branchen konzentrieren." Die Priorität liege ausserdem auf dem Schweizer Markt und die Expansion ins Ausland stehe im Moment nicht zur Diskussion.
Trotz der laufenden Konsolidierungswelle im Schweizer IT-Markt will sich der künftige Schweizer Dienstleistungsriese in der ersten Phase auf die Integration der fünf Firmen fokussieren, die zurzeit Teil von GIA / Avectris sind, so Macherel. Wir erinnern uns: Bevor Avectris von GIA übernommen wurde, schluckten die Badener Logicare (Healthcare), den SAP-Spezialisten ERPsourcing und den Outsourcer Comicro. Ganz ausschliessen will Macherel die Rolle als Konsolidierer aber nicht: "Wenn sich opportunistisch etwas bietet, werden wir dies prüfen." 

Loading

Mehr zum Thema

image

Nach Citrix-Tibco-Merger: Netscaler wird wieder unabhängiger

Das Gleiche scheint auch für Jaspersoft, Ibi und Sharefile zu gelten.

publiziert am 4.10.2022
image

Frédéric Weill übergibt OpenWT in neue Hände

Beim IT-Berater übernimmt Swisscom sämtliche Anteile. Anfang nächstes Jahr kommt mit Pierre Grydbeck ein neuer CEO.

publiziert am 3.10.2022
image

IT-Firma der Stadt Wetzikon ist privatisiert

Die Stadt hat ihr IT-Unternehmen an das bisherige Management verkauft. Dies soll dem RIZ mehr Flexibilität für die weitere Entwicklung geben.

publiziert am 3.10.2022
image

Microsoft erhöht in der Schweiz Zahl der Mitarbeitenden

100 zusätzliche Angestellte will Schweiz-Chefin Catrin Hinkel im nächsten Jahr einstellen. Gebraucht werden sie vor allem im Cloud-Bereich.

publiziert am 3.10.2022