Giftiger Elektroschrott im Rückzug: Greenpeace zufrieden

19. September 2007, 12:44
  • international
  • apple
  • trends
image

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ein Jahr nach dem Start des "Leitfadens zur grünen Elektronik" Bilanz gezogen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ein Jahr nach dem Start des "Leitfadens zur grünen Elektronik" Bilanz gezogen. "Wir sind mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden. Obwohl wir uns mit unserem Leitfaden nur auf die führenden Marken konzentrieren, hat die ganze Industrie mit verbesserten Recycling-Angeboten und einem verminderten Einsatz von giftigen Materialen in der Produktion reagiert", so Iza Kruszewska, Leiterin der internationalen Greenpeace-Kampagne, im 'pressetext'-Interview.
Im vierteljährlich veröffentlichten Ranking, das die 14 führenden Hersteller von PCs und Mobiltelefonen umfasst, werden die Unternehmen nach dem Einsatz von giftigen Produktionsmaterialien, dem Rücknahmeangebot von defekten und ausrangierten Produkten sowie den umweltrelevanten Zukunftsplänen beurteilt. Aktuell nehmen für einmal die Handyhersteller Nokia und Sony Ericsson die vorbildlichen Toppositionen ein, während Hersteller wie Apple, HP und Panasonic trotz einer verbesserten Punkte-Bewertung an den Schluss des Herstellerfeldes gereiht sind.
"Für einen Hersteller von Mobiltelefonen ist es sicherlich einfacher, auf eine umweltfreundlichere Produktion umzusteigen als für einen Hersteller, der ein breit gefächertes Elektronikportfolio anbietet", gibt Kruszewska zu bedenken. Der Vergleich des aktuellen Leitfadens mit dem vor einem Jahr zeige aber sehr deutlich, dass alle Unternehmen in Bezug auf eine grünere Elektronik dazu gelernt hätten, so die Kampagnenleiterin. Vor allem mit Apple hatte die Umweltorganisation im vergangenen Jahr heftige Sträusse ausgefochten.
Greenpeace ist sich bewusst, dass die betroffenen Unternehmen nicht zögern werden, eine gute Bewertung durch den Leitfaden und andere Organisationen marketingtechnisch für sich zu verwenden. "Natürlich besteht die Gefahr, dass Unternehmen sich mit einer entsprechend positiven Bewertung 'grünwaschen'", so Kruszewska gegenüber 'pressetext'. "Wenn wir es in der Realität allerdings schaffen, die giftigen Materialen zusehends aus den Produkten verschwinden zu lassen, dann ist das auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", meint die Toxikologie-Expertin. (pte)

Loading

Mehr zum Thema

image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023
image

Sunrise will nicht freiwillig auf Huawei verzichten

Ohne politischen Druck werde man nicht auf die Mobilfunktechnologie des chinesischen Anbieters verzichten, sagte der CEO der Muttergesellschaft.

publiziert am 26.1.2023
image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023