Glarus: Breitbandkonzept für 200'000 Franken genehmigt

26. Januar 2022, 14:41
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Das Glarnerland soll flächendeckend schnelles Internet erhalten. Doch zunächst muss dafür ein Konzept erarbeitet werden. Das ist teuer, und das dauert.

Der Kanton Glarus will digitaler werden. In der Digitalisierungsstrategie ist unter anderem als Ziel definiert, dass der Kanton über eine flächendeckende, moderne und leistungsfähige Netz-Infrastruktur verfügen soll.
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hat zwei Massnahmen definiert: Erstens "Abdeckung schnelles Internet im Kanton dokumentieren" und zweitens "Förderpaket schnelles Internet in Berg- und Randgebieten schnüren".
Soweit so gut. Eine Analyse der aktuellen Infrastruktur, die mittlerweile abgeschlossen sei, zeige, "dass in den vergangenen Jahren alle Technologie-Lieferanten Glasfasernetz hauptsächlich in städtischen Umgebungen realisiert" haben.
Das indes erstaunt wenig. Städtische Gebiete sind kostengünstiger und effizienter zu erschliessen, als Randregionen. Der Kanton hat nun festgestellt, dass bei einem Total von 26'000 Häusern noch bei mehr als der Hälfte (14'100) ein Erschliessungspotenzial an schnellem Internet (Ultrabreitband) bestehe.

Konzepte schreiben, statt Fasern verlegen

Wie diese Häuser mit Ultrabreitband versorgt werden sollen, muss nun weiter erörtert werden. Der Regierungsrat des Kantons Glarus hat das Departement für Volkswirtschaft und Inneres beauftragt, eine "Landsgemeindevorlage" auszuarbeiten. Für dieses Papier werden 200'000 Franken budgetiert. "Weitere Kosten wird die Schaffung der rechtlichen Grundlagen verursachen", schreibt der Regierungsrat.
Über dieses Konzept, das mit Hilfe von Experten erarbeitet werden soll, wird die Landsgemeinde im Jahr 2023 abstimmen. Statt die Schaufel in die Hand zu nehmen und die ersten Glasfaserkabel zu legen, fliesst also noch viel Geld zu Beratern ab, die nicht viel mehr machen müssen, als neue Logos über bestehende Papiere zu kleben. Denn andere Gemeinden, Städte und Kantone haben entsprechende Konzepte schon längst in der Schublade. Ein Beispiel ist das Projekt Danet im Oberwallis.
Auf Nachfrage von inside-it.ch sagte André Maerz von der Glarner Staatskanzlei, dass es sich bei den externen Kosten für die Erarbeitung der obigen Vorlage zuhanden der Landsgemeinde um eine Schätzung handele. "Die Vorlage muss in allen Bereichen professionell vorbereitet sein, sonst könnte sie an der Landsgemeinde wegen eines kleinen Details als Ganzes Schiffbruch erleiden." Eine einfache Übernahme eines bestehenden Konzeptes aus einem anderen Kanton sei somit nicht ohne Weiteres möglich, so Maerz.
"Im Weiteren müssen auch die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, um dieses grosse Förderprogramm umsetzen zu können", ergänzt Maerz. Und selbstverständlich würden "diverse Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden". Was wann und in welchem Umfang, könne jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, so Maerz zu inside-it.ch.
Update (18.00 Uhr): Stellungnahme des Kantons Glarus eingefügt.

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