Glarus will gemeinsame ICT für Kanton und Gemeinden

10. November 2015, 17:10
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Noch bis zum 13.

Noch bis zum 13. November läuft die Vernehmlassung für das künftige Informatikgesetz (InfG) im Kanton Glarus. Zentral geht es darum, wie ab 2017 die Informatikdienste für den Kanton und die Gemeinden erbracht werden. Denn die werden seit 2011 zwar koordiniert aber getrennt sichergestellt. Angestrebt wird mit der Neuorganisation, in den Gemeinden die Qualität der Services zu verbessern und insgesamt die Kosten zu senken, wie Regierungsrat Rolf Widmer zu inside-it.ch sagte. In der Folge sollen die ICT-Kosten des Kantons und der Gemeinden von derzeit insgesamt rund 6,8 Millionen Franken bis 2020 zumindest stabil, allenfalls aufgrund von Synergieeffekten sogar gesenkt werden.
Konkret unterhalten im Kanton derzeit sechs IT-Spezialisten rund 770 PC-Arbeitsplätze in Schule und Verwaltung sowie 100 Server und sind dabei dem von Widmer geleiteten Departement Finanzen und Gesundheit unterstellt. Für die drei Gemeinden hingegen kommen die Services von der Glarus hoch3 AG, die zu je einem Viertel den drei Gemeinden und dem Kanton gehört. Allerdings sind Geschäftsführung und Leistungserbringung der Firma bisher an die Axcelerate-Solutions AG ausgelagert. Und diese Verträge laufen Ende 2016 aus.
Mit dem neuen InfG soll also der künftige operative Betrieb der ICT im Kanton und in den Gemeinden geregelt werden. Auf Empfehlung einer Steuergruppe von Vertretern der Glarus hoch3 AG und des Kantons schlägt der Regierungsrat daher die Gründung einer neuen öffentlich-rechtlichen Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit unter dem Namen „Informatikdienste Glarus“ vor, heisst es in der Vorlage. Die Organisation soll ab 2017 für den Kanton und die Gemeinden sowie die kantonalen und kommunalen öffentlich-rechtlichen Anstalten - mit Ausnahme der Sozialversicherungen Glarus - die ICT-Dienstleistungen erbringen. Wie Widmer ausführt, könnte dann zum Beispiel die Gemeinde-IT ebenfalls aus seinem kantonalen Departements heraus erbracht werden. Dessen IT-Abteilung würde sich somit knapp verdoppeln.
Nach der Vernehmlassung hat nun zunächst der Landrat Gelegenheit, das Projekt zu diskutieren. Stimmt er dem Vorschlag des Regierungsrates zu, hat schliesslich der Stimmbürger das letzte Wort darüber, ob die Zusammenarbeit mit der Axcelerate-Solutions beendet und die Glarus hoch3 liquidiert wird. (vri)

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